Saiprakashana Buchclub

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Sathya Sai Baba

Was genau geschieht, wenn Menschen sterben?

 

FRAGE II

Christen glauben, dass sie, nachdem sie gestorben sind, in den Himmel kommen – obwohl einige in die Hölle kommen können. Buddhisten sprechen von dem ‚Reinen westlichen Land‘, zu dem die guten Menschen gelangen – und über die Hölle. Wenn ich Deine Bücher lese, sprichst Du über die Gegenwart und nicht viel über Himmel oder Hölle. Was genau geschieht, wenn Menschen sterben?

ANTWORTRT

Swami: Genauso, wie es auf der Erde viele Länder gibt, so gibt es auch viele Orte, die jenseits dessen existieren, was ihr seht. Wenn ihr in dem Körper lebt, könnt ihr nur Dinge sehen, die man durch den Körper erfahren kann. Es gibt jedoch viele Welten, die jenseits davon existieren. Sie sind nur den Yogis bekannt, denn sie sind hin- und zurückgereist und haben auch solche anderen Welten besucht und kennengelernt. Wenn ihr in dieser Welt lebt, ist eure Erfahrung begrenzt. Wenn ihr in diesem Raum sitzt, könnt ihr nicht weiter als auf die Wände schauen – und doch existiert eine ganze Stadt außerhalb.

Während ihr ein menschliches Leben habt, macht ihr menschliche Erfahrungen. Ihr seid nicht einer, sondern drei: der Körper, der Geist (mind) und die Seele. Nachdem der Körper aufgegeben ist, leben der Geist und die Seele noch immer weiter. So wie ein Trinker sich immer mit Trinkern befreunden wird und Heilige mit Heiligen Freundschaft schließen, so findet ein guter Geist andere gute Geister, um mit ihnen zusammenzuleben – und ein schlechter Geist findet schlechte Geister, mit denen er zusammenleben kann.

Geister, die unrein, selbstsüchtig und gierig sind, werden sich alle an einem Ort, der Hölle genannt wird, zusammendrängen. Alle guten Geister, die den Körper verlassen haben, werden sich an einem anderen Ort versammeln, der Himmel genannt wird. Was machen sie, wenn sie sich dort treffen? Sie besprechen, was sie in ihren Leben gemacht haben – was sie richtig, was sie falsch gemacht haben – und sie lernen aus den Erfahrungen. Auf dieselbe Weise wie ihr, nachdem ihr eure Hausaufgaben erledigt habt, in das Klassenzimmer zurückkommt, nehmen sie weitere Geburten an und kehren in die Schule des Lebens zurück.

Chinesische Menschen wissen über solche Dinge recht gut Bescheid. Sie haben viele Rituale, um für die gegangenen Seelen zu beten, damit diese den Himmel erreichen und Frieden haben mögen. Das ist der Menschheit seit uralten Zeiten bekannt. Trotzdem können manche Menschen die gegenwärtige Welt mit ihrem Egoismus zu einer Hölle machen: Sie müssen nirgendwo hingehen, um die Hölle zu erleben. Vergesst das alles: Alles, was ihr im Gedächtnis behalten müsst, ist, dass jeden zu lieben, der Himmel ist – und dass jeden zu hassen, die Hölle ist.

Ich bin in jedem von euch vorhanden. Schaut – statt Mich im Äußeren zu suchen – nach innen, wo Ich bin. Setzt euch zu eurer Meditation nieder und denkt ständig an Mich – und Ich werde alle eure Fragen beantworten, Ich werde euch von innen heraus führen. Ihr müsst nirgendwo hinreisen. Ein kleines Kind benötigt die Hilfe seiner Mutter, um zu gehen. Auf ähnliche Weise solltet ihr euch Hilfe von Menschen holen, die Wissen haben – aber wisst: Letztendlich werdet ihr durch eigenes Üben selbständig gehen müssen.

 

Macau, 03. Oktober 2015

 

Was passiert, wenn die Seele nicht ihre Bestimmung, sondern eine ganz andere Aufgabe erfüllt?

 

FRAGE I

Jede Seele kommt mit einem bestimmten Auftrag auf die Erde, das ist ihre Bestimmung, das heißt, sie hat ihr Ziel. Was passiert, wenn die Seele nicht ihre Bestimmung, sondern eine ganz andere Aufgabe erfüllt? Wessen Entscheidung ist es, wenn dies geschieht? Ist es der freie Wille, oder wählt der Verstand irgendwo in der Mitte des Lebens auf dieser Erde einen anderen Weg?

ANTWORTRT

Swami:

Das ist die Geschichte von „Was war zuerst da – Die Henne, oder das Ei?“  Handelt es sich um Schicksal oder um den freien Willen?  Was ist zuerst da, was als Zweites?

Es ist wahr, dass es nur einen Willen gibt und das ist der Wille Gottes. Innerhalb dieses Willens aber entscheidet Gott, jedem Menschen eine kleine Auswahl an Entscheidungen zu geben.

Ein Beispiel: Ein Vater verdient Geld und gibt seinem Kind Taschengeld.  „Du hast bald Geburtstag, hier sind deine 100 Rupien.“ Vielleicht sind 100 Rupien heutzutage zu wenig, also nehmen wir an, dass der Vater dem Kind 1000 Rupien gibt, um an seinem Geburtstag damit zu tun, was immer er will. Das Geld gehört dem Vater. Dem Sohn gehört nichts. Der Sohn hat das Geld nicht verdient, sondern sein Vater hat es ihm gegeben. Der Sohn nimmt das Geld, geht einkaufen, gibt das Geld aus, wie er will, und kehrt nach Hause zurück.

Eine andere Entscheidung, die ein Sohn treffen kann, ist diese: „Vater, ich weiß nicht, was gut und was schlecht für mich ist. Vielleicht gebe ich das Geld nicht auf die beste Weise aus. Du weißt es besser als ich. Ich gebe dir das Geld zurück, diese 1000 Rupien, denn du weißt, was ich brauche. Ich weiß nicht, was gut für mich ist und was nicht.“ Und er gibt seinem Vater die 1000 Rupien zurück.

Der Wille des Menschen der zu Gott zurückkehrt, wird zur Hingabe. Darum wird der Verstand, den du Gott zurückgibst, ein geführter Verstand.  Er (der Verstand) wird von Gott geführt, weil der Mensch ihn an Gott zurückgegeben hat. „Ich will nicht für mich selbst entscheiden.  Ich will nichts von dem, was ich tue, denn ich weiß nicht, was gut für mich ist und was nicht, deshalb, Gott, bitte führe mich.“

Wir waren in Assisi und dort war eine ältere Franziskanernonne. Sie war über 80 Jahre alt und ich sagte zu ihr: „Schwester, komm nach Indien.“ Sie antwortete: „Swami, ich gehe oder komme nicht, ich folge nur.“ Sie dachte:„Ich habe keine Wahl ‒ ich kann es mir nicht aussuchen. Ich folge einfach der Führung, die ich von Gott in meinem Inneren erhalte.“

Einen Verstand, den wir Gott übergeben haben, den führt Gott. Also gab uns Gott etwas Freiheit und sagte, „Hier, nimm sie, du wirst auf der Erde geboren, nutze sie, wie du willst“.

Manche sagen: „Nein, Gott, nimm die Freiheit zurück. Du sagst mir, was ich tun soll und ich werde nach deinem Willen handeln“.

Andere denken: „Oh, mein Vater hat mir 1000 Rupien gegeben, ich werde in den Laden gehen, in den ich will – und das ohne Kontrolle und Einschränkungen durch meine Eltern.  Mein Vater kauft mir immer das Gleiche in demselben Laden: „Dosu“ (ein Gericht, das Pfannkuchen ähnelt).

Jetzt werde ich in die Pizzeria gehen, weil mein Vater nicht hinschaut“.

Der Mensch will sein Geld auf seine Weise ausgeben und so beginnt er, vom ursprünglichen Weg abzuweichen.  Aber Gott ist immer da, um uns zu führen.

Wenn wir auf Reisen sind, gebe ich immer dieses Beispiel: Es gibt ein GPS-System im Auto und die GPS-Navigation gibt Anweisungen: „Biegen Sie rechts ab ‒ nach 100 Metern biegen Sie links auf die Straße ab ‒ fahren Sie 500 Meter weiter…“ und so weiter.

Nehmen wir an, wir befolgen die Anweisungen genau so, wie das GPS-System sie gibt. Dann kommen wir an dem Ziel an, an dem wir ankommen sollten und zwar zu der Zeit, zu der wir ankommen sollten.

Nehmen wir nun an, wir folgen den Anweisungen nicht. Wenn das GPS-System uns sagt, wo wir rechts abbiegen sollten, biegen wir links ab. Was macht ein GPS System dann?  Es wird die Fahrt neu berechnen und uns Anweisungen geben, wie wir links abbiegen oder bei der nächsten Kurve rechts abbiegen können. Wir fahren also einen vollen Kreis und kommen wieder an denselben Punkt zurück…

Muddenahalli, 21. November 2019