Saiprakashana Buchclub

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mandala_1  Fragen und Antworten / Mai/Juni mandala_1

Sathya Sai Baba

warum widerfährt guten Menschen Unglück?

FRAGE IV

Frage: Ich habe einige buddhistische Bücher gelesen und ich habe eine Frage, die viele Menschen interessiert. Wenn schlechte Menschen Unglück erfahren, können wir das akzeptieren, aber was ist, wenn gute Menschen Unglück widerfährt? Geschieht dies aufgrund des Gesetzes von Karma; aufgrund dessen, was sie in ihren früheren Leben getan haben?

ANTWORTRT

Swami:  Was du säst, ist was du erntest. Manchmal wird das, was du heute tust, ein sofortiges Ergebnis haben und manchmal wird es Zeit brauchen, um die Konsequenzen zu erfahren. Wenn du gegen den Tisch schlägst, wird es dir wehtun. Wenn du heute einen Samen säst, wird es Jahre dauern, bis du Früchte ernten kannst. Wenn du jetzt Nahrung zu dir nimmst, wird es zwei Stunden dauern, bis sie verdaut ist.

Ebenso hat jede Aktion eine Antwort~, oder eine Reaktionszeit. Deshalb wird alles, was du in der Vergangenheit getan hast, zu dir zurückkommen, egal ob du gut oder schlecht bist. Es ist nicht so, dass nur gute Menschen ein schlechtes Schicksal erleiden. Wenn du wirklich gut bist, wirst du in der Tat nicht zwischen Freude und Schmerz unterscheiden. Du wirst alles nur als gut ansehen. Alles ist zu deinem Besten.

Früher gingen die Menschen in den Wäldern auf die Jagd. Es gab einmal einen großen König namens Akbar, der auf die Jagd gehen wollte. Er hatte einen klugen Minister namens Birbal. Birbal sagte zu Akbar: „Alles, was geschieht, ist zu unserem Besten.“ Als der König Äpfel erntete, schnitt er sich dabei den Finger ab und hatte große Schmerzen. Birbal sagte ihm, dass auch dies zu seinem eigenen Besten sei. Der König wurde sehr wütend und steckte Birbal ins Gefängnis.
Es kam der Tag, an dem der König auf die Jagd gehen musste. Er ging für die Expedition in den Wald und ließ diesen Minister im Gefängnis zurück. So geschah es, dass der König sich verirrte und von seiner Truppe getrennt wurde.

Eine Gruppe von Eingeborenen nahm den König gefangen und brachte ihn zu ihrem Häuptling. Dieser Tag war ein besonderer Tag für diese Eingeborenen. Es war ein Festtag und sie wollten einen Mann opfern und ihn ihrem Gott darbringen. Sie waren glücklich, dass sie den König gefunden hatten, fesselten ihn und prüften, ob er auch perfekt war, um ihn ihrem Gott zu opfern. Sie entdeckten, dass sein Finger abgetrennt war und entschieden, dass er nicht perfekt war und nicht geopfert werden konnte. Der König wurde freigelassen und kehrte in sein Königreich zurück.

Er ließ Birbal sofort frei und fragte ihn: „Du hast mir gesagt, dass es gut für mich sei, dass mein Finger abgeschnitten wurde. Wahrlich, es war gut. Ich wurde vor den Eingeborenen gerettet. Inwiefern aber war es gut für dich, die ganze Zeit im Gefängnis zu sitzen?“

Daraufhin antwortete der weise Minister, wenn er frei gewesen wäre, so wäre er mit dem König in den Dschungel gegangen. „Sie hätten mich an deiner Stelle geopfert. So war es gut für dich und auch gut für mich.“

Der Minister hätte darüber klagen können, warum er im Gefängnis war und ob er etwas falsch gemacht hatte. Gott wusste jedoch, dass er leiden würde, wenn er in Freiheit wäre. Deshalb steckte Er ihn ins Gefängnis.

Manchmal kann das, was wir als eine Schwierigkeit oder ein Unglück ansehen oder verstehen, eine gute Sache für uns sein. Zumindest bringt es uns dazu, zu Gott zu beten. In schwierigen Zeiten beten wir intensiver und aufrichtiger.

Seht diese Kinder – wenn sie keine Prüfungen hätten, würden sie nicht lernen. Sie würden weiterspielen, egal wie sehr man sie auffordert zu lernen. Wenn aber Prüfungen anstehen, lernen sie alle und so erhalten sie Wissen und bekommen Noten.

Ebenso sind schwierige Zeiten, wie Prüfungen für euch. Dann solltet ihr all euren Mut und eure Kraft zusammen nehmen und euch entschlossen euren Schwierigkeiten stellen, die schwierigen Prüfungen bestehen und gute Noten und einen guten Ruf für euch erlangen. Heißt daher alles willkommen, was Gott euch gegeben hat, ob gut oder schlecht; alles ist zu eurem eigenen Wohl.

3. Oktober, 2015 – Satsang in Macau

Gibt es einen Weg, wie Du den Menschen helfen kannst, Glauben zu entwickeln?

FRAGE III

Frage: Ich habe eine Frage zum Glauben. Swami sagt, entweder man hat Glauben oder man hat keinen Glauben. Es kann keinen halben Glauben geben. Gibt es einen Weg, wie Du den Menschen helfen kannst, Glauben zu entwickeln?

ANTWORTRT

Swami:  Die Menschen haben Glauben. Was kann Ich tun, damit die Menschen glauben? Glaube ist eine individuelle Angelegenheit. Er ist nichts Alltägliches, das man verteilen kann, wie Süßigkeiten.

Glaube entsteht aus dem Herzen, nicht aus dem Kopf.

Der Kopf analysiert, kalkuliert und urteilt, deshalb kann der Kopf niemals auf etwas vertrauen. Der Kopf ist der äußere Weg, das heißt, er schaut nach außen. Der Glaube aber ist nach innen gerichtet. Es liegt also am Kopf und am Herzen, ob man glaubt oder nicht glaubt. Je mehr ihr euren Blick von außen nach innen richtet, desto mehr Glauben werdet ihr entwickeln. Je mehr man nach außen schaut, desto mehr verliert man den Glauben.

Es ist zu eurem eigenen Besten, wenn ihr den Blick nach innen wendet, um euch am Glauben zu erfreuen. Ich kann euch nur den Weg zeigen, auf dem ihr gehen, und ob ihr die rechte oder die linke Abzweigung nehmen solltet. Ich kann euch nur anleiten. Das Gehen auf diesem Weg ist jedoch euch selbst vorbehalten und wenn ihr den Rat befolgt und auf dem richtigen Weg geht, werdet ihr Glauben entwickeln. Glaube ist individuell und es liegt an jedem selbst, ihn zu kultivieren und zu erhalten.

Bogota, Kolumbien, 12-13 Oktober 2017

Was sollten junge Menschen für Swami tun?

FRAGE II

Frage: Was sollten junge Menschen für Swami tun?

ANTWORTRT

Swami: Ob jung oder alt, alle sollten das Gleiche für Swami tun: sich selbst transformieren. Seid ein Beispiel für andere. Wenn ihr praktiziert, was Swami lehrt und ihr ein Beispiel für andere werdet, ist das der größte Seva, den ihr tun könnt.

Die Sonne geht jeden Tag auf und allein dadurch, dass sie am Himmel erscheint, kümmert sie sich um die ganze Welt. Bäume wachsen, Vögel fliegen, Früchte reifen – alles geschieht, nur weil die Sonne aufgeht. Wenn sich deine Göttlichkeit in dir erhebt, wie die Sonne, wird sie allen helfen. Wenn du die Sonne genau beobachtest, wirst du feststellen, dass sie sich selbst verbrennt, um so vielen Menschen Licht und Leben zu geben.

Du gehst in eine Kirche und zündest eine Kerze an. Was ist die Bedeutung der Kerze? Braucht Gott Licht? Du bist es, der das Licht braucht. Die Kerze verdeutlicht dir nur, dass sie nur dann leuchtet und die Dunkelheit beseitigen kann, wenn sie wegschmilzt. Ihr Ego schmilzt dahin, damit sich das Licht der Liebe ausbreiten kann.

Deshalb, ob jung oder alt, transformiert euch zuallererst selbst. Seid bereit, euch zum Wohle anderer zu opfern.

Junge Menschen sind sehr selbstsüchtig. Sie denken zuerst an sich selbst. Sie denken nicht zuerst an andere. Lernt in erster Linie, selbstlos zu geben. Vertraut Mir, selbst wenn ihr etwas sehr dringend braucht ‒ wenn jemand anderes, der es in diesem Augenblick ebenso benötigt und euch darum bittet ‒ wenn ihr den Mut und die Liebe habt es wegzugeben, dann wird Swami sich um euch kümmern. Swami wird sich um alle eure Bedürfnisse kümmern.

Junge Menschen sollten lernen zu geben und zu vergeben. Vergebung ist eine große Tugend. Bei vielen jungen Menschen herrscht oft viel Unverständnis. Das ist ganz natürlich in ihrem Alter, aber es ist sehr wichtig, in der Lage zu sein, anderen zu vergeben und was noch wichtiger ist, sich selbst zu vergeben und im Leben weiterzugehen. Fehler passieren. Wenn ihr jedoch fortwährend an eueren früheren Fehlern festhaltet, werdet ihr nie in der Lage sein, voran zu schreiten. Wenn ihr ihn nicht wiederholt, ist es kein Fehler. Macht euch keine Vorwürfe und haltet euch nicht für minderwertig und schwach.

Denkt daran, dass ihr Gott selbst in dieser Form seid. Ihr habt die ganze Macht, die ganze Kraft und die ganze Reinheit. Lebt mit diesem Mut und dieser Überzeugung, welche allein euch die Fähigkeit geben wird, zu geben und zu vergeben. Es wird euch furchtlos machen, denn ihr wisst, dass Gott euch jederzeit beschützt.

Was immer ihr braucht, wo immer ihr etwas braucht, wann immer ihr etwas braucht, Gott wird sich um euch kümmern. Lebt für andere, und ich werde für euch sorgen. Seid ein Beispiel für andere, damit sie euch folgen.

Zagreb, Kroatien , 22. April 2015

Heben sich schlechte und gute Taten gegenseitig auf?

FRAGE I

Frage: Sagen wir, jemand tut etwas Schlechtes und bekommt Minuspunkte. Dann macht er es wieder gut, indem er gute Taten vollbringt. Hebt sich das dann gegenseitig auf?

ANTWORTRT

Swami:  Diese Person wird beides erfahren müssen. Es hebt sich nicht auf! Wenn du etwas Schlechtes getan hast, wirst du als Ergebnis etwas Kummer erfahren müssen – und wenn du etwas Gutes getan hast, dann wirst du dadurch etwas Freude erfahren. Du wirst beides erleben müssen und das ist die Wahrheit.

Dasharatha hatte Shravana Kumara aus Versehen getötet und war trotzdem verflucht, obwohl er so viele gute Dinge getan hatte. Als großer König regierte er mit Gerechtigkeit und tat viel Gutes für andere. Das Gute, das er tat, führte dazu, dass er der Vater von Lord Rama wurde.

Schaut aber auf die eine schlechte Handlung, die er getan hat. Diese schlechte Handlung führte ihn dahin, sein tragisches Schicksal zu erfahren. Er erlebte auch das Gute, denn er konnte Rama zeugen und Ihn aufwachsen sehen und freudig die Nähe Ramas als seinen eigenen Sohn erleben.

Am Ende jedoch musste er diese Nähe wegen dieser einen schlechten Tat verlieren.
In diesem Sinne: Gutes wird Gutes als Belohnung erzeugen, aber Schlechtes wird auch Schlechtes zur Folge haben. Denkt nicht, dass sie sich gegenseitig aufheben und ihr mehr Schlechtes durch mehr Gutes ausgleichen könnt. So funktioniert das nicht. Jedes hat seinen eigenen Weg und seine eigenen Belohnungen.

Was sagt Shankaracharya? „Bhaja Govindam, Bhaja Govindam“ – erinnere dich die ganze Zeit an Gott. Das Erste ist, dass ihr in den Satsang gehen sollten; das ist sehr, sehr wichtig. Nur dann werden eure Gedanken gut sein.

Tyaja durjana samsargam bhaja sādhujanam samāgamam
kuru punyam aho rātram smara nityam anityatam

Halte Dich fern von schlechter Gesellschaft
Suche immer nach guter Gesellschaft und bleibe in ihr
Führe Tag und Nacht gute und edle Taten aus
Unterscheide immer zwischen dem Dauerhaften und dem Vorübergehenden

Das Schlechte aufzugeben bedeutet, diejenigen aufzugeben, die nicht richtig denken, oder diejenigen, die negatives Denken haben. Gleichzeitig sei in der Gesellschaft derer, die gute Taten tun, die gut denken und gut reden. Tut weiterhin nur Gutes, Tag und Nacht und erinnert euch immer daran, was wirklich und was unwirklich ist, was es wert ist, verfolgt zu werden und was es wert ist, verworfen zu werden. Wendet diese Unterscheidung ständig an.

Singapur, 27. August 2019