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 Der zauberhafte Kuchen

Es lebte einst eine Frau, die wirklich erstaunliche Kuchen backte. Menschen kamen von weit her, um nur einen kleinen Krümel ihres Kuchens zu bekommen – denn es passierte nach dem Probieren immer etwas Zauberhaftes. Das hatte besondere Gründe. Denn während diese Frau den Kuchen buk, betete sie. Ihr Gebet war einfach, aber aus tiefstem Herzen heraus: „Möge die Person, die den Kuchen heute am meisten braucht, zu ihm kommen, ihn probieren und genießen“. Dieses besondere Gebet bewirkte, dass der Kuchen nicht nur den Hunger stillen, sondern auch Kranke heilen und Probleme lösen konnte. Es gab noch eine weitere Besonderheit: Alle, die diesen Kuchen probierten, wollten danach zu besseren Menschen werden. So kehrten die Menschen nicht nur mit vollen Mägen, sondern auch mit vollen Herzen nach Hause zurück.

Da die Frau jeden Morgen nur einen Kuchen buk, wurden nur diejenigen angezogen, die die Hilfe des Kuchens an diesem Tag am meisten brauchten. Durch den Zauber ging der Kuchen auch nie zu Ende, bevor nicht alle bedürftigen Leute an diesem Tag bedient wurden. Das bedeutete, dass es IMMER genug für alle gab. Und das Wichtigste: Es wurde nie Geld verlangt.

Das ging über viele, viele Jahre so. Die Frau hatte viele Kinder. Die Kinder sahen, wie sie langsam alt wurde und wussten, dass ihr Ende nahe war. Aber ihre zauberhaften Kuchen, die immer mit einem Gebet gebacken wurden, zogen im Laufe der Jahre immer mehr Menschen an. Doch schon bald war die Frau nicht mehr da.

Sie hatte eine Tochter, die den einzigen Sinn ihres Lebens darin sah, das Erbe ihrer Mutter weiterzuführen und weiterhin Kuchen zu backen um den Menschen zu helfen. Allerdings gab es ein Problem: mit der Frau war auch der Zauber der Kuchen gegangen.

 

 

 

Eines Abends weinte die Tochter aus Verzweiflung und dachte darüber nach, wie sie ohne den zauberhaften Kuchen weiterhin allen Menschen in Not helfen könnte. Genau in diesem Moment tauchte ihre Mutter vor ihr auf. Sie schaute sie mit ihren vertrauten großen, liebevollen Augen an, legte den Kopf schief und fragte: „Was ist passiert, mein Kind?“ Die Tochter war ebenso glücklich wie schockiert. Unter Tränen und Schluchzen erklärte sie: „Ich kann nicht jeden so lieben, wie du es getan hast – bedingungslos, selbstlos und unendlich. Das ist für mich nicht möglich. Deshalb macht meine unzureichende Liebe den Kuchen unzureichend“.

Die Mutter schenkte ihr ein verständnisvolles Lächeln und sagte: „Ich habe dich nicht gebeten, Kuchen mit deiner Liebe zu backen. Ich bat dich, Kuchen mit MEINER Liebe zu backen. Gib MEINE Liebe durch deine Hände, und der Zauber wird zurückkommen“. Die Tochter sagte: „In Ordnung, ich werde es versuchen“. Die Mutter war immer noch da und sagte: „Sag nicht, dass du es versuchen wirst – das bedeutet, dass du Zweifel hast. Sag, dass du es tun wirst“.

Nach diesem Abend kehrte der Zauber der Kuchen wieder zurück – so wie es die Frau ihrer Tochter prophezeit hatte. Es kamen immer mehr neue Menschen zum dem Kuchen und es konnte immer mehr von ihnen geholfen werden.
Viele Jahre später, als die Tochter eines Abends alleine am Meer saß, fragte sie sich, ob das was sie tat denn schon genug war. Da erschien ihr ihre Mutter erneut und sagte: „Ab morgen werden keine Kuchen mehr benötigt.

Es ist jetzt an der Zeit, nicht mehr nur Liebe zu geben, sondern Liebe zu SEIN. Das ist genug.“ Als die Tochter erstaunt fragte, wie, zeigte die Mutter auf den Mond, die Sterne, den Wind und das Meer und sagte: „Sei genau wie sie es sind.“

 

Monatlicher Beitrag des Inspirationsteams der jungen Erwachsenen