Saiprakashana Buchclub

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mandala_1  Fragen und Antworten / März/April mandala_1

Sathya Sai Baba

Wie können wir es vermeiden, nach physischem Komfort zu streben?

FRAGE III

Frage: Wir haben das Gefühl, dass wir uns über materielle Annehmlichkeiten mehr freuen als über das dauerhafte Wohlbefinden, bei Gott zu sein. Wie können wir ein solches Denken vermeiden und nicht immer nach physischem Komfort streben?

ANTWORTRT

Swami:  Als menschliches Wesen seid ihr mit einem Geist (mind) und einem Körper geboren. Der Geist neigt dazu, mit den Sinnen nach draußen zu schauen. Der Geist sucht immer einfache und vergängliche Freuden, er will nicht für dauerhafte Freude arbeiten.

Ein neugeborenes Baby ist nicht daran gewöhnt, Reis zu essen – es will nur Milch. Durch ständige Übung gewöhnt die Mutter das Baby später so stark an den Geschmack von Reis und das Aufgeben von Milch, dass das Baby sehr unruhig wird, wenn es an einem Tag keinen Reis bekommt. Ebenso muss dem Geist, der immer nach vergänglichen Vergnügungen und Freuden strebt, ständig gesagt werden: ‚Nein! Das ist nicht das, was ich will. Ich möchte in dauerhafter Freude verweilen.‘

Welchen Sinn macht es, jeden Tag eine flache Grube für Trinkwasser zu graben? Grabt einmal einen Brunnen, und ihr werdet für immer Wasser erhalten – deshalb müsst ihr tief graben. In der Tiefe eures Herzens werdet ihr echte Freude finden. Sobald ihr diese gekostet habt, werdet ihr euch nicht mehr durch die Launen des Geistes beeinflussen lassen. Der Geist, der noch nicht die Freude des Herzens gekostet hat, engagiert sich in vergänglichen Vergnügungen. Sobald er die Freude des Herzens erlebt, wird er nie wieder davon ablassen wollen. Wenn man das Essen in Kodaikanal gegessen hat, wer würde sich dann wünschen, zurückzuschalten und das Hostel-Essen zu essen? Auf vergleichbare Weise müsst ihr euren Geist ständig trainieren: Abhyāsa (ständiges Praktizieren) ist am wichtigsten.

Kodaikanal, 15-18. Mai 2015

 

Die indische Kultur lehrt uns, immer bei unseren Eltern zu sein und ihnen zu dienen. Führt das zu Anhaftung, Swami?

FRAGE II

Frage:  Die indische Kultur lehrt uns, immer bei unseren Eltern zu sein und ihnen zu dienen. Führt das zu Anhaftung, Swami?

ANTWORTRT

Swami:  Wenn eure Eltern euch zu Gott bringen, dann schadet es nicht, ihnen zu dienen. Wenn eure Eltern euch von Gott wegbringen, dann schadet es nicht, sich von ihnen zu entfernen. Was hat Prahlāda gemacht? Sein Vater Hiranyakashipu führte ihn weg von Gott Nārāyana, daher gab er seinen Vater auf. Was hat Dhruva gemacht? Als er Liebe nicht von seinem Vaters erhalten konnte, fand er diese Liebe bei den Füßen Gottes.

Ihr solltet immer jedem dienen, der euch näher zu Gott bringt – jedem, nicht nur euren Eltern. Umgekehrt solltet ihr euch sofort von jedem wegbegeben, der euch von Gott wegführt. Prahlāda verließ wegen Gott seinen Vater; Bhārata verließ wegen Gott seine Mutter; Vibīshana verließ wegen Gott seinen Bruder. Diese Beispiele zeigen, dass wegen Gott alles aufgegeben werden kann.

Der Einzelne kann für die Familie geopfert werden;
die Familie kann für die Gesellschaft geopfert werden;
die Gesellschaft kann für den Staat geopfert werden;
der Staat kann für die Welt geopfert werden;
die Welt kann für Gott geopfert werden.

Gott ist das Ziel. Wenn das euch und euren Eltern klar ist, dann seid ihr gesegnet, dass ihr solche Eltern habt. Wenn ihnen das nicht klar ist, dann müsst ihr sie – wie Shravan Kumar – durch die Blindheit ihres Geistes auf die Pilgerreise zu Gott führen. Das ist die Art und Weise, eure Pflicht als Sohn oder Tochter zu erfüllen.

Kodaikanal, 17 – 19. Mai 2015

 

Swami, auf welche Weise kann man Kinder am besten großziehen?

FRAGE I

Frage: Swami, auf welche Weise kann man Kinder am besten großziehen?

ANTWORTRT

Swami:  Was ist eure wichtigste Aufgabe? Warum seid ihr geboren? Was ist der Zweck des Lebens?
Wohin geht ihr?

Shankaracharya hat gesagt: „Wir werden immer und immer wieder geboren, sterben immer und immer wieder und kehren immer und immer wieder in den Schoß einer Mutter zurück.“ Ihr müsst hinter diese Illusion schauen, um sicherzustellen, dass dies nicht geschieht.

Die erste Pflicht von Eltern ist immer, die Absicht zu haben, dass ihre Kinder göttlich werden. Ihr müsst die Kinder so aufziehen, dass sie Gott werden. Ihr müsst ihnen helfen, die Göttlichkeit in sich selbst zu manifestieren – und andere in das Göttliche zu transformieren. Die erste Pflicht von Eltern ist es, Kinder auf den Weg zu Gott zu bringen, nicht auf den in Richtung der Welt. Fragt euch selbst bei allem, was ihr für eure Kinder tun wollt: ‚Wird es mein Kind näher zu Gott bringen, wenn wir das machen?‘ Ich müsst beten, dass das Kind Gott nahe sein sollte.

Viele Kinder denken, dass Bhajans und Bhakti altmodisch sind – dass nur Menschen wie ihr Bhajans singen, während andere für Namen und Ruhm arbeiten. Ihr müsst sicherstellen, dass eure Kinder nicht auf Abwege geraten. Die äußere Welt wird sie mit endlosen Wünschen in Versuchung führen. Ihr solltet es nicht zulassen, dass Wünsche sich in ihnen entwickeln.

Wie? Zuerst solltet ihr reine Wünsche haben; sie werden auf euch schauen und von euch lernen. Wenn es eine Doppelmoral zwischen euren Worten und Handlungen gibt, werden auch sie sich zu Heuchlern entwickeln. Wenn es bei euch die Einheit von Gedanken und Taten gibt, werden sie auf euch schauen und dies übernehmen.

Wenn ihr wollt, dass eure Kinder sich gut entwickeln, müsst ihr zuerst Einheit entwickeln. Ihr müsst diese zuerst in eurem Leben praktizieren und ein Beispiel geben, dem sie folgen sollen. Wenn ihr euer eigenes Verhalten heiligt, werden sie in Ordnung sein.

Muddenahalli, 07.  Februar 2015