mandala_1 Auszüge aus den göttlichen Reden / November 2020 mandala_1

AUSZÜGE AUS DER REDE BABAS IN Kodaikanal

12.05.2015

 

 

Gott kommt zu Besuch

Wie könnt ihr mit Gott Freundschaft schließen? Ihr könnt nur dann näher zu Gott kommen, wenn ihr Ihm dient. Wie könnt ihr Ihm dienen? Ihr dient Gott, indem ihr jedem dient. Gott ist nicht irgendwo – Gott ist in jedem.

Ein Mann hatte einmal eine Vision, in der Gott ihm sagte: „Ich werde morgen dreimal in dein Haus kommen. Empfange Mich und behandle Mich gut.“ Er war sehr glücklich. Obwohl er ein armer Mann war, dachte er bei sich selbst: ‚Wenn Gott in mein Haus kommt, werde ich Ihn willkommen heißen und Ihn gut behandeln.‘ Er wartete von frühmorgens an. Er bereitete gutes Essen zu, säuberte den Ort und hielt eine Menge an Kleidung und anderen Dingen bereit, um Gott zu empfangen.

Am Morgen kam ein armer, kranker Mann vorbei und klopfte an die Tür. Der Mann sagte: „Ich bin sehr hungrig und krank. Ich brauche etwas zu essen, oder ich werde sonst sterben. Kannst du mir etwas anbieten?“

Der Mann schaute sich um. Das einzige Essen, das da war, war das, das er für Gott zubereitet hatte. Da er es nicht über das Herz brachte, die Leiden seines Gastes zu übersehen, bot er dem kranken Mann dieses Essen an, der es nahm und wegging.

Nach einer Weile kam eine Frau. Sie zitterte vor Kälte, weil es so regnete wie in Kodaikanal. Sie hatte nicht einmal ein Umhängetuch, um sich damit zu bedecken, deshalb kam sie und bat um Hilfe. Der Mann gab der Frau die Decke, die er dafür vorgesehen hatte, es Gott angenehm zu machen, wenn er ankam.
Der Mann wartete und wartete, aber Gott war noch immer nicht gekommen.

Schließlich wurde es Abend. Er wartete noch immer, als ein sehr alter, kranker Mann kam, der keine Schuhe zum Anziehen hatte. Der Hausherr war ein Schuster und er hatte ein neues Paar Schuhe bereitgestellt, um sie Gott als Geschenk anzubieten.

Er gab dem alten Mann das Paar Schuhe und sagte: „Zieh diese Schuhe an, sie werden dir helfen.“
Die Nacht kam, aber Gott war noch immer nicht gekommen. Der Mann begann zu weinen, weil er dachte, dass er nicht würdig genug sei, Gott zu empfangen, und dass Er deshalb nicht gekommen wäre. Dann hatte er eine weitere Vision. 

 

Gott sagte ihm: „Ich bin sehr glücklich über dich! Ich bin gekommen und du hast Mir gut gedient. Deshalb bin Ich sehr glücklich.“

Der Mann antwortete: „Ich habe Dich nicht gesehen! Ich habe den ganzen Tag lang auf Dich gewartet. Ich habe Essen vorbereitet, ich habe Kleidung bereitgehalten und habe sogar ein Paar Schuhe für Dich aufbewahrt, aber Du bist nie gekommen.“

Darauf sagte Gott: „Ich bin als der Mann gekommen, der hungrig war, und du hast Mir zu essen gegeben. Ich bin als die Frau gekommen, die vor Kälte gezittert hatte, und du hast Mir eine Decke gegeben. Ich bin als der alte Mann ohne Schuhe gekommen, und du hast Mir Schuhe gegeben. Ich bin dreimal zu dir gekommen, nicht nur einmal, und du hast Mir alle drei Mal gut gedient. Ich bin sehr glücklich über dich!“

Gott wird nicht mit vier Händen und fünf Köpfen kommen, nicht mit Shankha, Cakra, Gadā und Padma (Muschel, Diskus, Keule und Lotos – schmückende Gegenstände, die traditionell von Gott Vishnu getragen werden). Wenn Er so kommen würde, würden die Menschen Ihn ergreifen, Ihn in ein Museum stecken und euch ein Ticket berechnen, wenn ihr Ihn sehen wollt! Nein, Er kommt in Form der Armen, in Form der Bedürftigen, in Form eures eigenen Freundes, eures eigenen Ehemannes, eurer eigenen Ehefrau, eurer eigenen Kinder. Jeder Mensch ist Gott. Wenn ihr Mich in allen sehen könnt und Mir in allen dient, dann werdet ihr Mir nahe kommen – ihr werdet Mein Freund werden.