Saiprakashana Buchclub

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mandala_1  Fragen und Antworten / November/Dezember  mandala_1

Sathya Sai Baba

Existiert ein freier Wille oder wird alles von Bhagavan Baba bestimmt?

 

FRAGE IV

Existiert ein freier Wille oder wird alles von Bhagavan Baba bestimmt?

ANTWORTRT

Swami: Wenn du in eine Klasse kommst, ist es dein Schicksal, dass du zum Unterricht zugelassen wirst, dass ein bestimmter Lehrer kommt, der dich unterrichtet, und dass du bestimmte Fächer auf eine bestimmte Art und Weise lernst, so wie sie der Lehrer, den du bekommst, lehrt.
Ob du aber im Unterricht aufpasst, die Hausaufgaben gut machst und dann den Unterricht besser verstehst, das ist dein freier Wille. Ein Schüler, der zum Unterricht erscheint und schläft, ohne aufzupassen, oder einer, dessen Gedanken auf dem Fußballplatz sind und nicht in der Klasse, wird natürlich keine Fortschritte machen und nicht viel erreichen.
Für einen Menschen, der eine starke Bindung an den Körper hat, gelten darum Regeln. Es gibt ein bestimmtes Schicksal, das dich an einen bestimmten Ort bringt. Aber was du daraus machst, das ist dein freier Wille. Du musst das Beste aus dem machen, was dir von deinem Schicksal zugeteilt wird.
Zu Baba zu kommen ist Schicksal, aber wie Baba zu werden ist freier Wille.
Du musst dich anstrengen.
Solange das Körperbewusstsein existiert, existiert die Dualität, das heißt, sowohl der freie Wille als auch das Schicksal existieren. Nur für jemanden, der über das Körperbewusstsein hinausgegangen ist, existiert nichts mehr. Alles wird göttlich, denn man selbst wird göttlich. Bis dahin muss man den Regeln folgen.

Dubai, 27. August 2015, (Abendsitzung)

 

Swami, wie können wir unsere Identifikation mit dem Körper aufgeben?

 

FRAGE III

Swami, wie können wir unsere Identifikation mit dem Körper aufgeben und die ganze Zeit an Dich denken?

ANTWORTRT

Swami: Wenn ihr denkt, dass der Körper euer sei, ist das kein Problem. Ihr müsst diesen Körper benutzen, um Gott zu erreichen. Deshalb muss der Körper gepflegt werden, genau wie euer Auto. Man muss den Körper respektieren und sich um ihn kümmern, solange man begreift, dass er nur ein Fahrzeug ist, um Gott zu erreichen.
Wenn ihr jedoch so vom Körperbewusstsein besessen seid, dass ihr denkt, der Körper sei euer wahres Selbst, dass es nichts jenseits des Körpers gibt, dann handelt es sich um eine Anhaftung an den Körper, die nicht gut ist.
Die einzige Möglichkeit, dieses Gefühl loszuwerden, besteht darin, sich zuallererst und vor allem daran zu erinnern, dass der Körper nur ein Instrument ist, das euch gegeben wurde, um Gott zu erreichen. Wie erlangt man Gott durch diesen Körper? Indem man den Körper benutzt, um anderen zu dienen.

„Bend the body; mend the senses; end the mind.“
Beuge den Körper; heile die Sinne und bring Deinen Verstand zum Schweigen.

Solange deine Hände nicht mit Dienen beschäftigt sind, kann dein Geist nicht gereinigt werden. Deshalb ist der Körper ein Instrument. Zollt ihm genau so viel Respekt; nicht mehr und nicht weniger. Viele Menschen denken, der Körper sei ein Hindernis für ihre Verwirklichung und sie quälen ihren Körper auf verschiedene Weise. Wenn ihr diesen Körper für den Dienst an anderen einsetzt, werdet ihr keine Anhaftung entwickeln.

Rom, Italien, 20. April 2015 – (Vormittagssitzung)

 

Swami, Bitte sag uns, wie wir jene Liebe, von der Du sprichst, mehren können?

 

FRAGE II

Swami, Bitte sag uns, wie wir jene Liebe, von der Du sprichst, mehren können? Wie können wir anderen Menschen um uns herum helfen, das auch zu tun?

ANTWORTRT

Swami: Die Liebe wächst durch Geben und Vergeben. Wenn du gibst und vergibst, wird deine Liebe leben und immer weiter wachsen. Ihr sagt oft: „Ich liebe dich“, aber wenn der andere in Not ist, seid ihr nicht bereit zu helfen. Ihr seid nicht bereit, das, was ihr habt, herzugeben.

Erst neulich betete ein Junge: „Mein Bruder hat einen Schlagsanfall erlitten. Bitte heile ihn, Swami.“ Ich sagte ihm: „Ich werde deinen Bruder nicht heilen, wenn du so betest. Aber wenn du sagen würdest: ‚Ich bin bereit, die Lähmung meines Bruders zu ertragen. Bitte heile ihn‘, dann werde ich ihn definitiv heilen.“

Ihr wollt nur ein Lippenbekenntnis ablegen. Bei der Liebe geht es nicht um Diskussionen. Es geht um Taten. Geben ist der erste Teil der Liebe, Vergeben ist der zweite Teil. Selbst wenn ihr liebt, solltet ihr es nicht für notwendig erachten, im Gegenzug ebenfalls geliebt zu werden. Aber wenn eure Liebe nicht erwidert wird, erlischt sie. Selbst wenn andere dich nicht lieben, solltest du fähig sein, ihnen zu vergeben und sie zu lieben. Das ist die Natur der wahren Liebe.

Einmal sah ein Weiser einen Skorpion in einem Fluss ertrinken. Er wollte den Skorpion retten und so steckte er seine Hand ins Wasser, um den Skorpion herauszuholen, aber der Skorpion stach den Weisen. Als seine Jünger dies sahen, sagten sie: „Warum hast du diesen Skorpion gerettet? Siehst du, er hat dich gestochen.“ Der Heilige antwortete: „Der Skorpion folgt seinem Dharma und ich tue mein Dharma. Mein Dharma ist es, jeden zu retten, den ich in Bedrängnis sehe. Was sie mir antun, ist nicht wichtig.“ Wenn ihr diese Art von Verzeihen für jeden entwickelt, werdet ihr wie ein Magnet werden.

Wenn ihr einmal ein Magnet geworden seid, wird jedes Stück Eisen, das in eure Nähe kommt, ebenfalls magnetisiert. Wenn Sie also wirklich reine Liebe entwickeln, werden alle, die sich in eurer Nähe befinden, ebenfalls von eurer Liebe beeinflusst werden und sie werden auch langsam anfangen, reine Liebe zu entwickeln. Liebe ist nicht etwas, das man verteilen kann, das die Menschen schlucken oder von dem sie erfüllt werden können – es ist eine Eigenschaft, die ihr in euch selbst entwickeln müsst. Dann wird jeder, der mit euch in Kontakt kommt, auch berührt werden.

Australien, 1. Januar 2015, (Vormittagssitzung)

 

Wie können wir uns Dir vollständig und wahrhaftig hingeben?

 

FRAGE I

 Swami, wie können wir uns Dir vollständig und wahrhaftig hingeben und zwar jeden Tag aufs Neue?

ANTWORTRT

Swami: Bevor du etwas tust, frag mich und tu, was du als Antwort erhältst. Lass deinen Verstand keine Entscheidung treffen. Wenn du zum Beispiel auf den Markt gehst und deine Frau dir gesagt hat, dass du Gemüse kaufen sollst. 

Bevor du das Gemüse kaufst, frag mich: „Soll ich Kartoffeln oder Tomaten kaufen? Soll ich ein Kilogramm oder ein halbes Kilogramm kaufen?“

Fragt mich bei allem, was ihr im Leben tut. Wenn ihr Mir eine Frage stellt, ist die erste Antwort, die ihr von innen heraus erhaltet, Meine Stimme. Folgt ihr. Argumentiert und diskutiert nicht. Tut es einfach. Das wird zur Auslöschung eures Denkens und eures Egos führen.
Solange das Ego da ist, kann es keine Hingabe geben. Ego ist nichts anderes als sich selbst als ‚So-und-so‘ zu identifizieren. Ihr solltet Mich fragen, bevor ihr irgendetwas tut, und nur das tun, was euer Herz euch sagt – nicht irgendetwas anderes, was auch immer andere denken oder sagen mögen. Wenn ihr das täglich und bei jeder Handlung praktiziert, werdet ihr Hingabe entwickeln.

London, Großbritannien, 27. August 2014