Saiprakashana Buchclub

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Sathya Sai Baba

Wie kann ich Gott in allem sehen?

 

FRAGE IV

Wenn ich Menschen zum ersten Mal begegne, denke ich: „Gott ist in diesem Menschen, und ich werde ihm in Seinem Namen dienen“. Manchmal treffe ich aber auf Menschen, deren Verhalten nicht unbedingt gottgefällig ist.

Obwohl ich merke, dass mein Geist ruhiger ist, wenn ich Sadhana praktiziere, reagiere ich manchmal dennoch. Wie geht man dieses Thema an, ohne negativ zu reagieren?

ANTWORTRT

Swami: Zunächst einmal muss der Glaube, dass Gott in allem und jedem existiert, fest in eurem Geist verankert sein. Dann werdet ihr in der Lage sein, alles als Gottes Spiel wahrzunehmen. Ihr werdet all das als eine Art Maskerade sehen können. Gott hat die verschiedenen Arten von Make-up, Kostümen und Rollen geschaffen und Er spielt das gesamte Schauspiel des Universums nach.

Er wird zum Schurken, Er wird zum Helden, Er wird gut, Er wird böse. Wenn ihr in der Lage seid, dies besser zu verstehen, werdet ihr erkennen können, was um euch herum vor sich geht.

Die Wahrheit ist, wenn ihr nicht in der Lage seid, mit diesen Situationen umzugehen, liegt die Ursache in euch selbst und nicht in der Situation. Die Unfähigkeit, damit umzugehen, ist euer Problem, nicht das Problem der Person, von der ihr sagt, dass sie sich nicht gottgefällig verhält.

Ihr seid es, die sich nicht gottgefällig verhalten, die die Situation nicht bewältigen können, weil die Göttlichkeit in euch noch nicht reif ist. Alles aus der gleichen Perspektive betrachten zu können, ist das Ziel.

Deshalb müsst ihr an euch selbst arbeiten und nicht erwarten, dass andere sich ändern. Wenn ihr euch ändert, wird sich auch die Welt um euch herum ändern.

Ihr werdet in der Lage sein, all diese Situationen zu durchschauen und zu dem Schluss zu kommen, dass auch in ihnen Göttlichkeit liegt. Wenn ihr nicht in der Lage seid, mit der Situation umzugehen, weil ihr immer noch reagiert, müsst ihr mit dem Finger auf euch selbst zeigen. Das ist eine Erinnerung daran, dass ihr selbst erstarken müsst.

Einmal kam ein sehr heiliger Mann an einem Dorf vorbei. Die Leute fingen an, ihn zu beschimpfen und auszulachen und sagten: „Seht euch diesen Mann an! Er ist ein Bettler erster Güte. Er arbeitet nicht, sondern zieht einfach ein oranges Gewand an und geht umher und predigt. Sie schrien ihn weiter an und verspotteten ihn. Doch der Mann lächelte nur, lächelte und lächelte.

Als ein junger Mann das sah, wurde er neugierig. Er ging zu diesem großen Mann und sagte: „Wie kommt es, dass die Leute über Euch schimpfen und schlecht über Euch reden, ohne dass Ihr wütend werdet? Vielmehr lächelt Ihr sie an und segnet sie?“

Der heilige Mann sagte: „Siehst du, sie geben mir, was sie haben; ich gebe ihnen, was ich habe. Ich habe nur Liebe; ich habe nur Lächeln. Das ist es, was ich ihnen geben kann, auch wenn sie mir das nicht zurückgeben können. Es ist ihr Problem, nicht meins.“

Genauso lässt sich ein Jnani (ein Wissender) durch äußere Ereignisse nicht beunruhigen. Er wird weiterhin seine Natur bewahren, die Frieden, Liebe und Mitgefühl ist, trotz allem, was um ihn herum geschieht.

Ottawa, Kanada, 10. Juni 2017

 

WIE SOLL MAN SICH VERHALTEN, WENN JEMAND IN EINER FAMILIÄREN BEZIEHUNG BLEIBEN WILL, WÄHREND DER ANDERE ES NICHT MEHR WILL?

 

FRAGE III

Wie soll man sich verhalten, wenn jemand in einer familiären Beziehung bleiben will, während der andere es nicht mehr will?

ANTWORTRT

Swami: Erkenne dich selbst! Erreiche Atma Vidya! Das ist der größte Seva. Selbst ein kleiner Junge wie du kann mit Atma Vidya die ganze Welt verändern.

Selbstloses Empfinden ist die Natur des Atma. Frage Dich immer wieder: „Wer bin ich? Wer bin ich?”

Ihr alle ‒ Erkennt die Natur des Atma! Legt die schicke Verkleidung ab; sie ist falsch! Die Leute bewundern und loben euer Kostüm und ihr seid überwältigt. Legt die Vorstellung von „Ich bin der Körper“ und „Ich bin der Geist“ ab! Sie sind nicht eure wahre Natur.

Erkennt euren Atma Swaroopa (euer wahres inneres Selbst) und seid frei!

Muddenahalli, Indien, 12. Dezember 2014

 

WELCHE ART VON SEVA IST SWAMI AM LIEBSTEN?

 

FRAGE II

Wie soll man sich verhalten, wenn jemand in einer familiären Beziehung bleiben will, während der andere es nicht mehr will?

ANTWORTRT

Swami: Heutzutage ist der Grund dafür, dass Menschen in das Leben eines anderen treten, nicht das Ergebnis ihrer eigenen Entscheidung. Es ist ein karmisches Band. Es gibt eine karmische Schuld, die durch viele, viele Geburten zu begleichen ist. Die Verbindung reicht also weit über die Gegenwart hinaus; sie rührt aus der Vergangenheit.

Das Ziel eures Zusammenkommens ist es, Gott zu erreichen. Solange Spiritualität die Grundlage der Beziehung ist, gibt es nie einen Konflikt. Man muss sich immer bewusst sein, dass der einzige Zweck des Lebens darin besteht, seine Göttlichkeit zu erkennen.

Wenn das Zusammensein einem hilft, seine Göttlichkeit zu erkennen, dann ist das gut. Wenn das Getrenntsein einem hilft, spiritueller zu werden, dann ist es besser, sich zu trennen. Es liegt völlig in eurer Verantwortung, zu hinterfragen, ob ihr spirituell wachsen könnt oder nicht und dann zu entscheiden, ob ihr eine Beziehung fortsetzt.

Für diejenigen, die mit den Puranas vertraut sind: Prahlada stammte von einem Vater namens Hiranyakashipu ab, der nicht an Gott glaubte, weshalb Prahlada seinen Vater verließ.
Bharata verließ seine Mutter, weil sie seinen Bruder Rama daran hinderte, König zu werden.
Gleichermaßen verleugnete Vibhishana seinen Bruder Ravana, weil er sich nicht auf dem Pfad des Dharma befand.

Deshalb solltet ihr Beziehungen zu anderen nur dann aufrechterhalten, wenn ihr in der Lage seid, euren Weg zu Gott zu gehen. Wenn es euch daran hindert, Gott zu erreichen, dann hat es keinen Sinn, in einer Beziehung zu sein. Letzten Endes ist die einzig wahre Beziehung, die zu Gott ‒ alle anderen sind nur Bindungen. Wahre Freiheit ist das Zusammensein mit Gott.

Padua, Italien, 17. April 2015 (Abendsitzung)

 

Wir sind auf dem Weg der Spiritualität, aber sind wir es wahrhaftig, Swami?

 

FRAGE I

Wir sind auf dem Weg der Spiritualität, aber sind wir es wahrhaftig, Swami?

Vor zehn Jahren fragte ich Dich in einem Traum: „Was ist Spiritualität? Du sagtest mir: “ Das, dem du folgst, ist Spiritualität.  Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, ist dann die Erfüllung meiner Pflicht Spiritualität? Wir sind alle hier, um Deinem Vortrag zu lauschen und wir sprechen über Dich. Sind wir auf dem richtigen Weg? Swami, bitte führe uns und erkläre uns: Was ist wahre Spiritualität?

 

ANTWORTRT

Swami:

Du stellst die Frage und du beantwortest sie auch zugleich!

Du bist hierher gekommen ‒ Ja, das ist Spiritualität.

Du folgst Meinen Lehren ‒ Ja, das ist Spiritualität.

Liebe und Mitgefühl zu entwickeln und anderen zu dienen ‒ Ja, das ist Spiritualität.

Alles, was kein „Ich“ in sich trägt, ist spirituell. Das „Ich“ ist weltlich. Geht von „Ich“ über „Wir“ zu „Er“. Niemand kann „Er“ im allerersten Schritt erreichen.

Nehmen wir an, es gibt drei Stockwerke in einem Gebäude ‒ das Erdgeschoss, den ersten Stock und den zweiten Stock. Wenn man vom Erdgeschoss in den zweiten Stock gehen möchte, muss man durch den ersten Stock gehen. Nur sehr wenige Menschen können direkt in den zweiten Stock gehen. Wenn man das versucht und springt, kann man fallen und sich die Beine brechen!

Das „Ich“ ist die Welt. Alles über dem „Ich“ ‒ alles, was nicht egoistisch ist ‒ ist spirituell. Solange ihr diesem einfachen Prinzip folgt, wird alles, was ihr tut, spirituell. Was ihr für andere tut – das ist spirituell.

Ich sagte heute Morgen zu den Kindern: „Wenn ihr versucht, euch selbst glücklich zu machen, werdet ihr nie glücklich sein. Versucht, andere glücklich zu machen, dann werdet auch ihr glücklich sein. Die anderen werden dann glücklich sein, und auch Gott wird glücklich sein.

Singapur, 13. September 2014