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Die Lektion des Meisters

Es war einmal ein kleiner Junge, der viel von einem großen Meister gehört hatte. Dieser Meister war von tadellosem Charakter, ein Ozean des Mitgefühls, ein Hort der Weisheit und alles, was ein Schüler sich jemals wünschen konnte – ein Freund, ein Philosoph und ein Führer. Der Junge bat darum, an der Universität, an der dieser unterrichtete, eingeschrieben zu werden. Der Antrag wurde angenommen, und er wurde ein Student.

Der Student tat in Ehrfurcht vor dem Meister alles, was jeder perfekte Student tun würde. Vor jeder Handlung fragte er sich: „Wird mich der Meister als seinen Lieblingsschüler bezeichnen, wenn ich dies täte?“

Und um den Meister in all seinen Handlungen zu beeindrucken, strebte er danach, perfekt zu sein. Nicht nur in der äußeren Erscheinung – er hielt sich auch mit ganzem Herzen an seine Lehren, war diszipliniert, sprach mit allen auf sanfte Art und Weise, war ein aufrichtiger Schüler, lernte hart und hielt immer sein Wort. Wie kleine Kinder so sein können, wollte er der Beste sein, damit er der Favorit des Meister sein konnte.

 

Es vergingen einige Jahre, und der Meister sah ihn nicht ein einziges Mal an. Und dann geschah eines Tages ein Vorfall im Klassenzimmer: Ein Mitschüler bat den Studenten um Hilfe, doch er verweigerte diese. „Wenn ich dir helfe, verrate ich dir das Geheimnis, der Beste zu sein, und dann werde ich nicht zum Favoriten des Meisters gewählt“. Am selben Abend ging er in sein Zimmer zurück und dachte über den Tag nach. Er erinnerte sich innerlich an das, was er zu der anderen Person gesagt hatte. Er bemerkte, dass er in seinem Versuch, der Beste zu sein, nicht wirklich ein guter Mensch war. Damit lernte er seine erste Lektion.

Es vergingen noch ein paar Jahre, und der Schüler dachte: „Aber ich bin jetzt nett zu anderen, warum werde ich nicht vom Meister belohnt?“ Da merkte er, dass er all die Male zählte, in denen er nett zu anderen war. Das hatte sein Ego aufgeblasen und ihn glauben lassen, er sei ein netter Mensch. Damit wurde ihm eine weitere Lektion erteilt.

Als er älter und älter wurde, wurde ihm klar, dass der Meister in all diesen Versuchen, ihn zum besten Schüler zu machen, ihn in Wirklichkeit immer mehr zu seinem Ebenbild machte. Der Meister war nun mehr wie ein Vater für ihn und der Schüler mehr wie ein Sohn.

Schließlich, eines Tages im letzten Schuljahr, rief der Meister den Schüler in sein Büro und erteilte ihm zwei weitere Lektionen:

„Erstens, sei gut – um des Guten willen und für nichts und niemanden sonst“.

„Und Zweitens?“, fragte er.

„Zweitens, lerne wie der Fluss zu fließen. Der Fluss bringt Wohlstand und Heiterkeit, wo immer er fließt. Aber er berechnet nicht, wo und wie er fließt. Diejenigen, die sich Unterstützung wünschen, werden unterstützt, diejenigen, die sich inspirieren lassen wollen, werden inspiriert, und diejenigen, die wie der Fluss werden wollen, müssen nur zuschauen und lernen.“

Und nun eine Frage an dich: Bist du auch wie dein Meister geworden?

 

    

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