Saiprakashana Buchclub

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mandala_1  Fragen und Antworten / August/September mandala_1

Sathya Sai Baba

Swami, wie können wir göttlich werden?

 

FRAGE V

Swami, wie können wir göttlich werden?

ANTWORTRT

Swami:

Was ist göttlich? Der Mensch minus Begierden ist göttlich.

Ist es möglich, alle Begierden aufzugeben? Das ist es nicht.

Man muss das Gefühl von ‚ich‘ und ‚mein‘ aufgeben. Ihr solltet lernen, das zu genießen, was Gott euch gegeben hat, ohne die Gefühle von „ich“ und „mein“. Vom „Ich“ solltet ihr zu „wir“ übergehen, und von „meinem“ zu „unserem“. Dann könnt ihr von „wir“ zu „Ihm“, zu Gott aufsteigen.

Man muss vom Individuum zur Gesellschaft und von der Gesellschaft zu Gott gehen – das ist der Weg, um göttlich zu werden. Zu denken, dass nur du glücklich und gesund sein solltest, ist falsch. Die richtige Einstellung ist das Gefühl, dass alle glücklich und gesund sein sollten. Wenn man für andere betet und arbeitet, wird man auch göttlich werden.

So definierte Narayan Bhat das Ziel des menschlichen Lebens als ‚Atma Kalyana‘ (Selbstverwirklichung) und ‚Loka Kalyana‘ (Wohlergehen der Welt).

Mandya, Indien, 18. September 2014

 

Wie kann ich mich darin üben, den Verstand zu kontrollieren und auf das Herz zu hören?

 

FRAGE IV

Wie kann ich mich darin üben, den Verstand zu kontrollieren und auf das Herz zu hören?

ANTWORTRT

Swami: Auf der körperlichen Ebene solltet ihr, um den Geist zu kontrollieren, euren Atem kontrollieren. Wenn man den Atem verlangsamt, wird sich der Verstand verlangsamen. Wenn ein Strom mit hoher Spannung fließt, dreht sich ein Ventilator schnell, aber bei niedriger Spannung drehen sich die Ventilatorflügel langsam.

Der Verstand bezieht seine Energie aus dem Atem. Wenn man den Atem verlangsamt, wird auch der Verstand langsamer und macht nicht mehr so viel Lärm.

Auf der geistigen Ebene, die eine höhere Ebene als die physische ist, verhält sich der Verstand wie ein Kind, das immer beschäftigt sein muss. Wenn man ihn nicht auf das Richtige konzentriert, wird er automatisch zu falschen Dingen übergehen. Er wird Lärm und Ärger machen, wenn er nicht beschäftigt wird. Wenn man ihn frei lässt, wird er, wie ein Kind, Unheil anrichten. Um den Verstand zu kontrollieren, konzentriert ihn auf das Gute.

Was macht man, wenn ein Kind Lärm macht? Man gibt ihm etwas zum Spielen, damit es ruhig ist, damit es nicht stört und man in Ruhe seiner Arbeit nachgehen kann. Genauso wird sich der Verstand, der egoistisch geplant hat, etwas Selbstlosem zuwenden.

Auf einer noch höheren, atmischen Ebene denkt: „Ich übergebe diesen Verstand. Ich kann damit nicht umgehen, es ist zu schwierig für mich. Ich gebe ihn Dir, Gott, damit Du Dich um ihn kümmerst. Dann gibt es nicht länger zwei Gedanken, sondern nur noch einen – den Gottes – und nicht mehr euren eigenen.

Beginnt mit der physischen Ebene. Entwickelt allmählich ein Gefühl dafür, dass man, um den Geist zu beruhigen, den Atem beruhigen muss. Richtet euren Geist auf gute Dinge aus, nicht auf egoistische. Entwickelt schließlich das Bewusstsein dafür, alles aufzugeben. Wenn euer Geist zu viel Lärm macht, wartet, bis er sich beruhigt hat. Trefft keine Entscheidung.

Ein guter Musiker, selbst wenn er zehn Instrumente spielt, kann jedes einzelne Instrument hören, weil seine Ohren darauf eingestimmt sind. Genauso wird der Verstand, wenn er auf das Herz eingestimmt wird, auf das Herz hören, aber das müsst ihr üben, so wie ihr alles andere übt.

Die beste Zeit, den Verstand zu überwinden, ist morgens und abends – sattvic samaya – die spirituelle Zeit, die gute Zeit. Übt während dieser Zeit. Wenn man in dieser Zeit eine Frage stellt, erhält man schnelle Antworten aus dem Herzen, weil der Verstand ruhig ist. Wartet auf die richtige Zeit, um die Antworten im Inneren zu finden. Der Verstand ist in den sattvischen Morgen- und Abendstunden, wenn Tag und Nacht sich berühren, von Natur aus ruhiger. Deshalb werden in Indien alle spirituellen Praktiken während dieser Stunden vorgeschrieben, damit man den Verstand schnell überwinden und Gott erreichen kann.

Nutzt diese Techniken, die ich beschrieben habe, um nach und nach die Fähigkeit zu entwickeln, mehr auf das Herz zu hören und den Verstand zu beruhigen. So wie eine Mutter in einer Menschenmenge die Stimme ihres eigenen Kindes erkennen kann, so werdet auch ihr mit der Zeit in der Lage sein, euer Herz zu hören

München / Grafrath, Deutschland, 9. April 2017, (Nachmittagssitzung)

 

Swami, Woher kommen überhaupt die Gedanken?

 

FRAGE III

Swami, Woher kommen überhaupt die Gedanken?

ANTWORTRT

Swami: Gedanken werden aus der Gesellschaft geboren, in der man sich befindet. Die Art der Gesellschaft, die man pflegt, beeinflusst die Gedanken. Gute Gesellschaft wird euch gute Gedanken bescheren. In der Gesellschaft von selbstlosen Menschen werdet ihr selbstlose Gedanken entwickeln. In der Gesellschaft selbstsüchtiger Menschen werdet ihr selbstsüchtige Gedanken haben. Es hängt von der Umgebung um Euch herum ab.

Santa Rosa, California, USA, 21 June, 2017

 

Ist Seva der höchste Dienst, den der Mensch leisten kann?

 

FRAGE II

Ich höre immer wieder, dass Seva der höchste Dienst ist, den der Mensch leisten kann. Auf der anderen Seite höre ich, dass der Zweck der menschlichen Geburt darin besteht, sein Göttliches Selbst zu erkennen.

Die einen sagen, dass sie ihr Leben in Meditation verbringen, um das Selbst durch diese Meditation zu verwirklichen. Die anderen sagen, dass der einfachste Weg im Kali Yuga Namasmarana und Seva ist.

Ich selbst habe habe manchmal das Gefühl, dass es einfacher ist, sich hinzusetzen und zu meditieren. Was ist der beste Weg, dem man folgen sollte? Sollte man genau in sich hineinhören, an welchen Vasanas (tiefsitzenden Tendenzen) man arbeiten sollte, oder sollte man einem vorgeschriebenen Weg folgen?

 

ANTWORTRT

Swami: Wenn du eine Krankheit, oder ein anderes Gesundheitsproblem hast, von dem du geheilt werden möchtest, wirst du dich an einen Arzt wenden. Es gibt verschiedene Arten von Ärzten.

Jemand, der die Homöopathie mag, wird zu einem homöopathischen Arzt gehen und homöopathische Medikamente einnehmen. Jemand, der eine ayurvedische Behandlung mag, wird zu einem ayurvedischen Arzt gehen und die Heilmittel bei ihm suchen. Jemand, der der Allopathie (westliche Medizin) vertraut, wird zu einem allopathischen Arzt gehen und Medikamente erhalten, die in diesem System gebräuchlich sind. Alle von euch, die zu Ärzten gehen, werden auf jeden Fall Medikamente von dem Arzt erhalten und so behandelt werden, dass sie zu gegebener Zeit vollständig gesund werden.

Nun seid ihr zu Sai Baba, dem Arzt der Ärzte gekommen. Meine Art der Behandlung unterscheidet sich von der anderer Ärzte. Sie besteht aus „ich“ zu „wir“ und „wir“ zu „Er“. Mein Weg führt vom Individuum zur Gesellschaft und von der Gesellschaft zu Gott. Vom Eigeninteresse zum Dienst an anderen und vom Dienst an anderen zu Gott.

Deshalb geht es bei meinem Weg um ‚Man mein Ram, haath mein kaam‘ den Namen Gottes in deinem Herzen und das Werk des Herrn in deinen Händen zu halten. Wenn du dies tust, wirst du all die Neigungen aus deiner Vergangenheit, alle deine Wünsche, alle deine Begrenzungen überwinden können und du wirst dein Herz ausdehnen können, um die gesamte Welt zu umfangen.

Erkennt die Wahrheit, dass die gleiche Göttlichkeit in jedem Menschen wohnt das ist Mein Weg. Wenn ihr zur Behandlung zu Mir gekommen seid, müsst ihr euch an das Rezept halten, das Ich euch gegeben habe. Es hat keinen Sinn, von der Homöopathie zu Ayurveda und dann zur Allopathie zu springen. Das wird Verwirrung in eurem Körper stiften. Meine Behandlung besteht darin, dass Ihr eure ‚Ich-Bezogenheit‘, euer Ego vergesst, Liebe entwickelt und anderen dient. Widmet jeden Augenblick, alle eure Gedanken, Worte und Taten dem Streben, andere zu lieben und ihnen zu dienen. Dadurch werdet ihr befähigt, Gott zu sehen. Dies ist der einfachste Weg – der Königsweg – im Kali Yuga.

Ottawa, Kanada, 11. Juli 2016 (Abendsitzung)

 

Swami, hat das Gayatri Mantra auch dann noch die gleiche Wirkung, wenn unser Geist abgelenkt ist?

 

FRAGE I

Swami, was ist die Bedeutung des Gayatri-Mantras? Hat das Gayatri Mantra auch dann noch die gleiche Wirkung, wenn unser Geist abgelenkt ist, wenn wir es rezitieren?

ANTWORTRT

Swami: Das Gayatri-Mantra ist die Mutter aller vedischen Mantras. Es ist unmöglich, alle Veden zu rezitieren. Wenn man aber ein Gayatri-Mantra rezitiert, kann man die gleichen Ergebnisse erzielen.

Es sind viele Ärzte in diesem Raum. Wenn man mit einer Krankheit zu einem Arzt geht, sagt er einem zwei Dinge: Erstens, er gibt ein Medikament – eine Dosis. Und zweitens verschreibt er eine Diät. Wenn man das Medikament einnimmt und die Diät nicht einhält, ist es nicht so wirksam ˗˗ wenn man aber das Medikament einnimmt und auch die Diät einhält, dann zeigen sich die Ergebnisse schneller.

Das Gayatri-Mantra ist wie die Medizin. Auch wenn ihr nicht konzentriert chantet, hilft es bereits, es einfach nur zu singen. Wenn ihr jedoch konzentriert chantet, ist es so, als ob ihr die richtige Dosierung einnehmt und gleichzeitig die Diät einhaltet. Das wird euch helfen, schneller Fortschritte zu erzielen.

Ganz einfach ausgedrückt bedeutet das Gayatri-Mantra: „Nimm meinen Geist, Oh Herr und lass ihn durch Deine Weisheit erleuchten. Das ist alles, worum es beim Gayatri-Mantra geht.

London, Großbritannien, 29. August 2014