mandala_1  Fragen und Antworten / April-Mai mandala_1

Swami, wie wichtig ist es perfektion auf dem weg zu erreichen?

FRAGE IV

Swami, manche Leute sind der Meinung, dass ein wenig Fortschritt besser ist als gar keiner. Andere wiederum sagen, dass man Perfektion erreichen sollte. Welchen Weg sollte man also einschlagen?

 

ANTWORTRT

Swami: Ein gewisser Fortschritt ist sicherlich besser als gar keiner!

Aber lasst mich euch ein Beispiel geben: Wenn ich euch Gulab-Jamun ohne Zucker gebe würde, würdet ihr es genießen? Wenn es nicht süß wäre, würdet ihr das Gulab-Jamun nicht mögen. Die Natur von Gulab-Jamun ist die Süße. Wenn es nicht süß wäre, würdet ihr es dann überhaupt Gulab-Jamun nennen?

Genauso muss man gutherzig, diszipliniert, geduldig, fleißig und gut sein, um als Student bezeichnet werden zu können. Wenn man diese Eigenschaften nicht besitzt, kann man nicht als Student bezeichnet werden. Obwohl also ein gewisser Fortschritt besser ist als gar keiner, wäre es für Swami so, als hätte man Gulab-Jamun ohne Süße.

Ihr müsst beständig danach streben, perfekt zu werden. Ihr müsst ausdauernd sein und dürft niemals aufgeben! Das sind die Qualitäten eines wahren Devotees. Ihr müsst jeden Tag danach streben, besser zu werden, als ihr es gestern noch wart. Ihr könnt euch Swami nicht selbst darbringen, solange ihr nicht die einhundert-prozentige Reinheit erreicht habt!

Muddenahalli, Indien, 9. September 2014.

 

Swami, Warum soll man nicht so viel KÄSE und milch zu sich nehmen?

FRAGE III

Swami, Du hast gesagt, dass man nicht zu viel Käse essen und nicht zu viel Milch trinken soll. Könntest Du uns bitte die Gründe dafür erklären?

 

ANTWORTRT

Swami: Essen ist wie Medizin. Wenn ihr Nahrung nicht als Medizin betrachtet, werdet ihr morgen Medizin als Nahrung essen müssen! Zu viel von etwas ist nie gut.
Wenn ihr älter werdet, solltet ihr die Menge an rajasischer Nahrung, die ihr zu euch nehmt reduzieren und die Menge an sattvischer Nahrung erhöhen, denn euer Körper verändert sich im Alter. Er kann dann nicht mehr so viel vertragen.
Es geht nicht nur um Käse oder Milch oder ein anderes bestimmtes Nahrungsmittel. Es geht darum, jedes Übermaß zu vermeiden. Ihr solltet Lebensmittel wie Medikamente zu euch nehmen. Nehmt so viel, wie euer Körper in der jeweiligen Situation, in dem jeweiligen Alter braucht. Nur so viel, wie ihr braucht.
Es gibt nichts Bestimmtes, was ihr nicht essen solltet, aber ein Übermaß von etwas ist für niemanden gut. Innerhalb dieser Grenzen wird alles, was ihr zu euch nehmt, gut für euch sein.

Japan, 19. März 2017, (Vormittagssitzung)

 

Swami, könntest Du bitte ausführlicher erklären, was es bedeutet, das wahre Glück im Inneren zu finden?

FRAGE II

Swami, Du hast darüber gesprochen, nach Innen zu gehen, um das wahre Glück zu finden. Könntest Du das bitte etwas ausführlicher erklären, so dass alle davon profitieren können?

ANTWORTRT

Swami: In den ländlichen Regionen der meisten Länder muss ein Brunnen gegraben werden, um Wasser aus der Erde zu holen. Was muss man tun, um das Wasser zu erreichen, das sich in der Tiefe befindet? Man muss den Sand, die Erde, die Steine und Felsen ausgraben und entfernen, bevor das Wasser kommt.

Wenn ihr wollt, dass das reine Wasser im Brunnen euren Durst löscht, müsst ihr euch die Mühe machen, Schicht um Schicht aus Sand, Stein und Erde zu bewegen, bevor ihr schließlich das Wasser erreicht.
Nach Innen zu gehen, ist ein ähnlicher Prozess.

Zuerst muss die Schicht des „Ich“ entfernt werden. Jeder Egoismus, jedes Eigeninteresse, alle Wünsche, die nur einen selbst betreffen, müssen verworfen werden. Dies sind die tamasischen oder tierischen Eigenschaften.

Dann geht man etwas tiefer und muss auch die rajasischen Eigenschaften entfernen. Was sind die rajasischen Eigenschaften? Das Handeln ist rajasisch. Selbst wenn ihr anderen helft, solltet ihr nicht das Gefühl haben: „Ich bin derjenige, der ihnen hilft“ – denn dann ist alles nur Zeitverschwendung.

Wenn ihr die Schichten sowohl der tamasischen, als auch der rajasischen Eigenschaften entfernt habt, dann werdet ihr die sattvischen Qualitäten der Reinheit, der Liebe und des Mitgefühls erlangen.

Wenn ihr in diesem Bewusstsein von Reinheit und Selbstlosigkeit rund um die Uhr lebt, dann ist es so, als ob ihr das Wasser erreicht.
Inkarnation für Inkarnation haben sich Schichten aus Fels, Sand und Erde über dem Wasser angehäuft. Schicht um Schicht müsst ihr entfernen und in die Tiefe gehen.
Zuerst müssen Egoismus und Eigennutz entfernt werden. Sogar wenn ihr selbstlos handelt, seid ihr nicht der Handelnde. Der Gedanke, selbst der Handelnde zu sein, muss entfernt werden. Schließlich werden nur noch die reinen und göttlichen Qualitäten übrig bleiben – diese sind eurem göttlichen Selbst am nächsten.

Ihr könnt nicht an einem Tag einen Brunnen graben und das Wasser erreichen. Langsam, Schicht um Schicht, Tag für Tag, müsst ihr euch immer weiter anstrengen, bis ihr das Wasser findet. In der ganzen Welt ist der Wasserstand gesunken und viel Trockenheit ist aufgekommen. Das Herz, das einst ein fruchtbares, grünes Land war, ist nun zu einem trockenen Wüstenland geworden.

Deshalb müsst ihr zu Gott beten, dass der Regen der Liebe auf euch herabregnet, damit das Wasser bald wieder steigt und ihr es rasch erreichen könnt. Sowohl durch eigenes Bemühen, als auch durch die Gnade Gottes könnt ihr dieses Ziel erreichen.

Was ich allen Menschen in Japan vermitteln möchte, ist: Glaubt an diese alten Wahrheiten der Spiritualität, glaubt an eure Göttlichkeit und handelt entsprechend. Findet die Freude im Inneren und vermittelt sie auch anderen.
Die Lehrer werden kommen und gehen, aber der Schüler, der in der Klasse schläft, wird nicht bestehen. Die besten Lehrer können einen unwilligen Schüler nicht bestehen lassen. So wie Makino Swamis Botschaft ins Japanische übersetzt und sie euch zugänglich macht, so übersetzt Madhusudan ins Englische und lässt Swamis Botschaft zu Makino gelangen. Dies ist genau der gleiche Prozess, nichts anderes.

Japan, 20. März 2016, (Abendsitzung)

 

Geliebter Swami, Du bist als Sai Krishna bei uns, aber wir versagen dennoch. Was bedeutet "Dhanurdharah"?

FRAGE I

(Von einem Studenten gestellt):
Swami, in der Bhagawad Gita heißt es:

yatra yogeshwarah krishno
yatra partho dhanurdharah
tatra shrir vijayo bhutir
dhruva neetir matir mama

(Wo immer Krishna, der Meister aller Yogis und wo immer Arjuna, der höchste Bogenschütze ist, dort wird mit Sicherheit auch Wohlstand, Erfolg, außerordentliche Macht und Moral herrschen. Das ist meine Überzeugung).

Geliebter Swami, Du bist als Sai Krishna bei uns, aber wir versagen dennoch. Was bedeutet „Dhanurdharah“?

 

ANTWORTRT

Swami: Partha’s Pflicht war es, den Krieg zu führen. Hätte er seinen Bogen nicht erhoben und den Krieg nicht geführt, hätte er seine Pflicht nicht erfüllt.

Als Studenten ist es eure Pflicht, gut zu studieren, euch gut zu benehmen, diszipliniert, bescheiden und vorbildlich zu sein. Wenn ihr eure Pflicht tut, bin ich immer bei euch, um euch Erfolg zu bescheren.
Die Pflicht eines Lehrers ist es, gut zu unterrichten, sich in vorbildlicher Weise zu verhalten, mitfühlend und allen Schülern gegenüber liebevoll und unparteiisch zu sein. Dann bin ich mit ihm, um ihm zum Erfolg zu verhelfen.

Die Pflicht von Geschäftsleuten ist es, ihre Geschäfte auf ethische und moralische Weise zu führen, ohne gegen Gesetze zu verstoßen oder die Interessen anderer zu verletzen. Wenn sie ihre Geschäfte auf diese Weise führen, dann bin ich auch bei ihnen.
Die Pflicht eines Sängers ist es, so zu singen, dass es denen gefällt, die zuhören und mit seinem ganzen Können zu singen. Wenn er das tut, dann bin ich auch bei ihm.

Genauso ist es bei Ärzten, Ingenieuren, Lehrern, Studenten, Fahrern, Köchen, Gärtnern und so weiter. Wenn sie ihre Pflicht gut erfüllen, bin ich mit jedem von ihnen.
Das Problem beginnt dann, wenn man seine Pflicht nicht gut erfüllt. Dann wird man keinen Erfolg haben.

Das Sonnenlicht ist immer da. Wenn ihr die Türen und Fenster aber nicht öffnet, um das Sonnenlicht hereinzulassen, wird euer Raum dunkel bleiben und langsam werden Kakerlaken, Mücken, Skorpione und Schlangen eindringen und ihn zu ihrem ständigen Lebensraum machen.

Die Essenz der gesamten Bhagawad Gita liegt in der ersten und letzten Strophe, „Mama dharma“,dem Dharma des individuellen Selbst.

Wenn ihr also eure Pflicht tut und euch der Gnade des Herrn überlasst, dann werdet ihr mit Sicherheit Erfolg haben. Daran gibt es keinen Zweifel!

Arjuna repräsentiert eine Person, die aus Ego und Anhaftung heraus ihre Pflicht nicht erfüllt. Das ist der Moment, in dem der Herr kommt und ihn durch die Bhagawad Gita daran erinnert, dass er seine Pflicht tun muss.
Nur wenn ihr eure Pflicht tut, werde ich bei euch sein, um euch Erfolg in euren Bemühungen zu gewähren. Das ist die Essenz dieses Schloka (Strophe).

Kodaikanal, Indien, 19. Mai 2014

 

    

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