Saiprakashana Buchclub

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mandala_1 Fragen und Antworten / Januar-Februar  mandala_1

Warum sind Avatare immer männlich und nie weiblich?

FRAGE IV

Warum sind Avatare immer männlich und nie weiblich?

ANTWORTRT

Swami: Das ist eine Frage, die mir jedes Mal gestellt wird. Schau, Männer sind die übleren von beiden; Männer brauchen mehr Korrektur als Frauen. Männer hören nur auf Männer, also muss ich als Mann kommen. Wenn Männer jemals auf Frauen hören würden, bräuchten sie keine Avatare mehr. (Gelächter) Avatare haben also keine andere Wahl, als als Mann zu kommen.

Frauen sind immer göttlich, denn sie erschaffen – was die Natur des Göttlichen ist. Die Frau, die neun Monate lang ein Kind in ihrem Leib trägt, wird den Schmerz des Schöpfers kennen. Vor ihrem eigenen Wohlergehen schaut sie immer auf das Wohlergehen der Schöpfung in ihr. Diese eine Eigenschaft allein ist schon göttlich.

Es gibt ein sehr bekanntes Sprichwort in eurem Land: „Weil Gott nicht überall sein konnte, erschuf er die Mütter!“ Das Wesen der Frauen an sich ist also bereits göttlicher. Wenn es ihnen gelingt, das göttliche Wesen, mit dem sie geboren wurden, beizubehalten, müssen sie kein anderes Sadhana machen. Und wenn auch die Männer diesem Beispiel folgen würden, dann bräuchten sie auch keine Avatare. Das ist der einfachste Weg, wie ich es euch erklären kann.

Padua, Italien, 16. April 2016

Wie ist es möglich, Menschen davon zu überzeugen, dass alle Überzeugungen gleich sind?

FRAGE III

Einige Menschen glauben, dass ihre eigenen Überzeugungen denen anderer überlegen seien. Wie ist es möglich, solche Menschen davon zu überzeugen, dass alle Überzeugungen gleich sind?

ANTWORTRT

Swami: Die Menschen, auf die du dich beziehst, sind wie Blinde, die versuchen, ihren Weg im Dunkeln zu fühlen. Allein die Tatsache, dass jemand seinen Weg für besser hält, als den eines anderen, zeigt, dass sie immer noch blind sind. Wenn du dich von einem Blinden führen lässt, wirst du mit hinfallen.

Deshalb solltest du solchen Worten keine Beachtung schenken. Allein die Tatsache, dass sie immer noch einen Unterschied sehen, zeigt, dass es ihnen an Verständnis fehlt. Wahrheit und wahres Wissen besteht darin, die Einheit von allen zu sehen. Wie kann in dieser Einheit jemand größer und ein anderer kleiner als ein anderer sein? Alle sind gleich. Schenke solchen Menschen keine Aufmerksamkeit, höre ihnen nicht einmal zu.

Warum sollte man sich nach dem richten, was man hört oder was gesagt wird? Finde es selbst heraus.

Brahmaiva brahmavid bhavati – nur derjenige, der Gott erfahren hat, wird zu Gott werden.

Ohne eigene Erfahrung kann niemand Gott beschreiben. Du kannst „Süße“ definieren. Aber wie genau du sie auch beschreibst, du wirst nie ihren Geschmack erkennen, bevor du nicht wenigstens ein kleines Stück gegessen hast. Nur so kannst du ihren wirklichen Geschmack erfahren. Anstatt sich auf Beschreibungen zu verlassen, solltest du dich also auf dich selbst verlassen und es selbst herausfinden. Wenn du jemanden triffst, ein Buch in die Hand nimmst oder auf eine Lehre stößt, solltest du als erstes prüfen, ob davon die Rede ist, dass alle gleich sind oder nicht. Verwerft alles, was dieses Gebot nicht widerspiegelt, denn das wäre reine Zeitverschwendung.

Padua, Italien, 17. April 2015

Swami, was sollte die richtige Einstellung sein, um Upavasa, Parayana und andere Saptahas durchzuführen?

FRAGE II

Swami, was sollte die richtige Einstellung sein, um Upavasa (Fasten), Parayana (Rezitation von Schriften) und andere Saptahas (einwöchige Durchführung von Anbetungen, Chanten, Gesang oder Rezitation heiliger Schriften) durchzuführen?

ANTWORTRT

Swami: Zunächst einmal müsst ihr verstehen, warum ihr all diese spirituellen Praktiken durchführt. Es geht nicht nur um die strenge Einhaltung der Anbetungsregeln.

Es ist sinnlos, etwas zu tun, ohne seine innere Bedeutung zu kennen. Was ist die Bedeutung, die hinter einer Handlung steht? Man tut etwas, um Gott näher zu kommen. Die innere Bedeutung von ‚upavasa‘ (Fasten) ist ’nahe bei Gott zu bleiben‘ – ‚upa‘ bedeutet ’nahe‘ oder ’nah‘ und ‚vasa‘ bedeutet ‚bleiben‘. Wenn ihr rajasische Nahrung zu euch nehmt (Nahrung, die scharf, salzig oder stark aromatisiert ist), wird auch der Geist rajasisch. Nehmt daher am Tag des Upavasa weniger Nahrung zu euch und Nahrung, die sattvisch (rein) ist. Denn sattvische Nahrung ist nahrhaft und fördert die Ruhe. Wenn der Geist friedvoll ist, dann ist es einfacher, das Stadium des Dhyana (Meditation) zu erreichen. Im Dhyana erfahrt ihr eure göttliche Natur – dann erreicht ihr Jnana (Weisheit). Was immer ihr tut, dient dazu, Jnana zu erreichen.

Viele Menschen markieren jeden Donnerstag in ihrem Kalender als Fastentag und kämpfen sich durch den ganzen Tag, ohne etwas zu essen. Sie frühstücken nicht, aber es geht ihnen gut. Sie machen ein bisschen Pooja (rituelle Anbetung), aber nach einer Weile beginnt der Hunger. Wenn die Mittagszeit kommt, ist ihre Konzentration nicht mehr auf Gott gerichtet, sondern hat sich auf das Mittagessen verlagert – sie vergessen die Bhajans und denken an Bhojan (Essen)! Und nicht nur das, sie denken immer wieder an den Sonnenuntergang, wenn das Fasten endet. Sobald es dunkel wird, essen sie Frühstück, Mittagessen und Abendessen zusammen! (Lautes Lachen) Danach sind sie aufgrund von Magenschmerzen gezwungen, noch zwei weitere Tage zu fasten.

Ein solches Upavasa ist überhaupt kein Upavasa. Was auch immer ihr tut, tut es, nachdem ihr seine innere Bedeutung vollständig erforscht und verstanden habt. Was auch immer ihr tut, ihr solltet voll und ganz verstehen, warum ihr es tut. Manche Frauen neigen dazu, eine Art „To-Do-Liste“ zu führen, von Dingen, „die getan werden müssen“ und haben Freude daran, bereits erledigte Aufgaben abzuhaken. Sie rufen mehrere Freunde an und erzählen ihnen, dass sie dieses und jenes Upavasa durchgeführt haben. Sie lernen Rezepte, um die für ein bestimmtes Upavasa erforderlichen Gerichte zuzubereiten. Sie denken an alles außer an Gott! (Gelächter) Es liegt keinerlei Nutzen bei der Befolgung eines solchen Upavasa.

Macht eure tägliche Arbeit. Wenn ihr alles tut, um Gott zu gefallen, gibt es keine Notwendigkeit, solche Dinge wie Upavasa durchzuführen. Aber ab und zu, wenn der Geist gestört ist, könnt ihr auf rajasisches Essen verzichten und sattvisches Essen zu euch nehmen. Beschäftigt euch mehr mit Dhyana, Keertan und Bhajan.

 

Muddenahalli, Indien, 29. März 2015

Swami, was sollten wir tun, um die Reinheit des Herzens zu erlangen?

FRAGE I

(gefragt von einem Studenten) Swami, was sollten wir tun, um die Reinheit des Herzens zu erlangen?

ANTWORTRT

Swami: Die Reinheit des Herzens ist bereits vorhanden. So wie die Hülse ein Reiskorn bedeckt, so wird die Reinheit des Herzens von der Schale der Unreinheiten bedeckt. Wenn Du das Reiskorn essen möchtest, musst Du zuerst die Schale entfernen. Wenn Du eine Banane essen willst, musst Du zuerst die Schale entfernen. Wenn Du eine Orange essen möchtest, musst Du die Schale entfernen. Das Herz ist immer rein, aber es ist von Begierden bedeckt. Begierden machen das Herz unrein. Welche Art von Begierden? Die bittere Schale um die Orange herum ist wie die egoistischen Wünsche, die man hat – sie verschmutzen das Herz. Das macht die Reinheit für Dich unerreichbar. Wenn Du die selbstsüchtigen Begierden entfernst, wirst Du sofort die Reinheit Deines Herzens erfahren.

Wenn Du das nächste Mal zu Lord Ganesha betest, sage nicht zu ihm: „Ganesha! Lass mich in meiner Mathematikprüfung Bestnoten erzielen“. Du solltest sagen: „Lasst uns alle in unserer Mathematikprüfung Bestnoten erzielen!

Wie viele Punkte hast Du in Mathematik erreicht?

Student: 99.

Swami: 99! (Beifall) Wenn ihr an das Wohlergehen aller denkt, dann entsteht Reinheit. Wenn ihr nur an euer eigenes Wohlergehen denkt, dann ist das Unreinheit.

 

Kodaikanal, Indien, 16. Mai 2014