mandala_1  Fragen und Antworten / Dezember-Januar mandala_1

Kannst Du uns sagen, warum Du Indien nur einmal verlassen hast, um Ostafrika zu besuchen, jedoch nie einen anderen Teil der Welt'?

FRAGE IV

Swami, Du hast Devotees auf der ganzen Welt, aber Du hast Indien nur einmal verlassen, um Ostafrika zu besuchen, jedoch nie einen anderen Teil der Welt. Kannst Du uns sagen, warum?

ANTWORTRT

Swami: Ja. Im physischen Körper bin ich nur an einen Ort gereist – Ostafrika. Es gab einen Devotee von Swami aus Ostafrika: Dr. C. G. Patel und er wollte, dass Swami dorthin geht. Er sagte zu Swami: „Die afrikanischen Menschen sind sehr arm und sie können nicht zu deinem Darshan kommen.“ Als er sein Gebet hörte, ging Swami dorthin. Nicht nur das, es gab eine große Gefahr für die afrikanischen Devotees. Swami ging dorthin und riet ihnen, Afrika zu verlassen. Dr. Patel und viele andere verließen Afrika und ließen sich wieder in Indien nieder. Ich mache eine bestimmte Sache nicht, weil ich etwas mag oder nicht mag. Ich tue es um meiner Anhänger willen.

Später, im Laufe der Zeit, begannen die Menschenmengen in Prasanthi Nilayam zu wachsen. Wenn Swami auch nur einen Tag von Prasanthi Nilayam weg gewesen wäre, hätten viele arme Menschen, die dorthin kamen, seinen Darshan verpasst. Deshalb wollte Swami nicht viel reisen, besonders nicht in fremde Länder.

Ich habe jedoch die Gebete aller Devotees gehört, und jetzt, ohne das Gepäck des physischen Körpers, erscheine ich an allen Orten in allen Ländern. Es ist viel einfacher, weil ich kein Flugticket und kein Visum mehr benötige. (Lachen) Früher hätte es zu viele Unannehmlichkeiten verursacht.

Als ich nach Afrika reiste, wurden viele Menschen auf den Flughäfen, auf öffentlichen Plätzen und sogar in Regierungsbüros belästigt. Ich möchte niemanden belästigen. Jetzt gibt es kein Problem mehr, also gehe ich überall auf der Welt zu meinen Devotees.

London, Großbritannien, 29. August 2014

 

Swami, welche Botschaft hast Du für die japanische Jugend?

FRAGE III

Swami, welche Botschaft hast Du für die japanische Jugend?

ANTWORTRT

Swami:
Wähle eine beliebige (meiner) Botschaften und folge ihr. Das wird dir helfen. Wähle irgendeine Botschaft aus, die Essenz ist die gleiche. Das Wichtigste ist folgendes: Wenn du ein Jugendlicher bist, sind dein Kopf, dein Herz und deine Hand sehr klar und sehr stark. Du kannst dein Ziel schneller erreichen.

Wenn ein Auto neu ist, kann es schneller fahren und sein Ziel schneller erreichen. Wenn das gleiche Auto alt wird, wird es dir viele Probleme bereiten, es wird ab und zu stehenbleiben, es wird sich sehr schnell aufheizen, es wird viel Lärm machen und es wird sein Ziel vielleicht nicht erreichen. Wenn ihr also jung seid, wie ein neues Auto, nehmt den richtigen Weg des Dharma und erreicht Gott. Lauft nicht ständig auf den Pfaden des Adharma (der Nicht-Rechtschaffenheit) umher und verschwendet nicht euer Leben. Der Körper ist das Auto, der  Verstand (mind) ist der Fahrer und das Herz ist der Meister. Das Herz sollte dem Fahrer – dem Verstand – sagen, wohin er den Körper bringen soll, und dem Fahrer nicht erlauben, das Auto nach seinen eigenen Launen zu steuern. Sonst wird es euch auf all die falschen Pfade führen, euer Leben verschwenden und euch mit einem kaputten alten Auto zurücklassen, das sich nicht auf das Ziel zubewegt.

Diese Zeit ist heilig. Nutzt sie gut. Wenn sie vorbei ist, wird sie nicht mehr zu euch zurückkommen. Euer Leben ist wie schmelzendes Eis. Jede Sekunde schmilzt es weg und bald wird es verschwunden sein. Deshalb nutzt diese Zeit gut. Ihr könnt das Ziel viel schneller, viel früher, viel leichter erreichen. Stürtzt euch in selbstloses Dienen. Engagiert eure Hände im Dienst, verweilt mit eurem Kopf in guten Gedanken, bleibt in guter Gesellschaft und entwickelt ein Herz voller Liebe.
 
Die japanischen Jugendlichen sollen eine starke, große Gruppe und ein Vorbild für alle anderen Jugendlichen in Japan werden. Ihr seid in der glücklichen Situation nu, so viel Führung von Swami zu erhalten. Viele andere haben nicht so viel Glück wie ihr. Es ist eure Pflicht, ihnen ebenfalls zu helfen. Aberr durch eurer Handeln könnt ihr ihnen helfen, nicht nur durch Predigen.

Muddenahalli, 7. Dezember 2014, (Morgensitzung)

 

Bedeutet Dienen nur, den Armen zu Essen zu geben und ihnen medizinische Versorgung und Bildung anzubieten?

FRAGE II

(Gefragt von einem amerikanischen Devotee) Swami, bedeutet Dienen nur, den Armen zu Essen zu geben und ihnen medizinische Versorgung und Bildung anzubieten?

ANTWORTRT

Swami:

Wenn du Kopfschmerzen hast, musst du eine Salbe auf deinen Kopf auftragen. Wenn das Bein schmerzt, musst du Salbe auf dein Bein schmieren. Du kommst aus Amerika. Wenn du zwei Worte mit Liebe sagst, ist das selbst ein großer Dienst. Heutzutage dominiert überall der Egoismus. Selbstlosigkeit ist sehr selten geworden. Die Menschen denken die ganze Zeit nur an sich selbst, ihre Familien und ihre Bedürfnisse. Wenn du zwei Worte mit Liebe zu solchen Menschen sagst, werden sie verwandelt. Noch wichtiger, als sie in Sachen Gesundheit und Erziehung zu unterrichten, ist es ihnen die Bedeutung der selbstlosen Liebe zu vermitteln.

Wenn jemand unfreundlich mit dir spricht, antworte ihm freundlich. Bei einem Feuer muss man Wasser darauf schütten, nicht Kerosin. Unfreundliche Worte sind wie Kerosin; Liebe ist wie kühles Wasser. Darum musst du Liebe entwickeln. Ohne Liebe, gibt es keinen Sinn im Dienen. Viele Menschen dienen ohne Liebe, aber dann entwickeln sie ein großes Ego.

Gib den Menschen mit Liebe, was sie brauchen, sei es Unterkunft, Essen oder Medizin. Du musst nichts Großartiges tun. Wenn du etwas Kleines mit Liebe tust, ist es genug. Was nutzt es aber, wenn Du Außenstehenden gegenüber freundlich dienst und Dich zu Hause grob verhältst? Das ist Heuchelei. Dann gibt es keine Einheit zwischen Gedanke, Wort und Tat.

Verhalte dich zuerst in Deinem Zuhause richtig – Praktiziere Liebe, Wahrheit und Rechtschaffenheit in deinem Haus – dann kannst du es auch draußen tun. Es ist nicht in Ordnung, einen Dienst in der Öffentlichkeit anzubieten, wo Menschen zusehen und sich zu Hause unangemessen zu verhalten.

Zu Hause forderst du deine Frau auf: „Nimm diesen Becher und stell ihn da hin!“ Deine Frau sagt zu dir: „Ich habe Kopfschmerzen, hilfst du mir heute, das Essen zuzubereiten?“

Du antwortest schroff: „Was kann ich dafür, wenn Du Kopfschmerzen hast? Ich werde nicht zu Hause essen. Ich gehe ins Hotel und hole mir etwas zu essen!“

Doch wenn du in der Öffentlichkeit bist, machst du dann Grama Seva und Narayana Seva. Das sind alles völlig verkehrte Verhaltensweisen. Wohin du auch gehst, habe einen reinen Verstand und verhalte dich anständig, unabhängig davon, ob du zu Hause bist oder dich in der Gesellschaft bewegst. Mach zuerst dein Zuhause zu einem sicheren Hafen. Dann werden deine Nachbarn dich ansehen und von deinem Beispiel lernen. Das ist es, was ich will.

Muddenahalli, 7. Dezember 2014, (Morgensitzung)

 

Warum kämpfen die Menschen überall auf der Welt?

FRAGE I

Warum kämpfen die Menschen überall auf der Welt? Da ist keine Liebe. Überall ist die Krankheit des Kämpfens. Unschuldige Menschen werden getötet.

ANTWORTRT

Swami: Wie oft streitest du zu Hause? (Lachen)

Wo immer es Egoismus gibt, wird es Kämpfe geben. Wenn du willst, dass nur du selbst gehört, geschätzt und respektiert wirst – dann beginnt der Kampf. Wenn du Verständnis entwickelst – dann wird der Kampf aufhören. Es ist nur der Mangel an Liebe, der diesen Kampf verursacht und der Mangel an Liebe ist auf deinen Egoismus zurückzuführen. Die Liebe ist die fundamentale Grundlage für alles.

Jedes Mal, in jedem Yuga (Zeitalter), wird es „Jahreszeiten“ geben, so wie du Sommer, Herbst, Winter und Frühling kennst. So geschieht es, dass der Mensch im Laufe seines Lebens durch den Kreislauf der Entfaltung der Liebe und des Verlustes der Liebe geht. Jedes Mal, wenn die Liebe verloren geht, wird der Dharma abnehmen, und das ist der Zeitpunkt, an dem der Avatar kommt.

Ihr schaut nur auf die Orte, an denen die Kämpfe stattfinden. Versucht, die anderen Orte zu sehen, genau wie diesen, wo so viele Menschen voller Liebe zusammen sitzen. Ihr könnt die Dunkelheit nicht in der ganzen Welt beseitigen, aber jeder von euch kann zu einer Kerze werden, die die Dunkelheit um euch herum beseitigen kann.

Die Welt ist so konzipiert. Sie besteht aus Dualität: Es gibt Nacht und Tag. Es gibt Hitze und Kälte. Es gibt Trauer und Freude. Anstatt dich darum zu sorgen, kannst du denken: „Kann ich Liebe entwickeln? Kann ich eine Kerze der Liebe entzünden und sie bei mir tragen, wo immer ich auch hingehe? Wenn nicht die ganze Welt, dann würden zumindest die Menschen um mich herum diese Liebe erleben.”

Die ganze Welt wird nie voller Liebe sein. Zu keiner Zeit werden alle göttlich sein. Das war nie so und es wird nie so sein – aber ja, wo immer ihr seid, könnt ihr Botschafter der Liebe sein und Frieden und Freude um euch herum verbreiten.

London, Großbritannien, 28. August 2014