mandala_1  Fragen und Antworten / Dezember-Januar mandala_1

Ich habe das Gefühl, dass Du alle Fragen beantwortest. Bist Du das wirklich und warum antwortest Du manchmal nicht?

FRAGE V

Swami, ich habe zwei Fragen. Die erste ist, dass ich in letzter Zeit Deine Anwesenheit sehr stark gespürt habe. Ich habe das Gefühl, dass ich mit Dir rede und dass Du alle Fragen beantwortest. Manchmal tritt jedoch mein „Affenverstand“ (Monkey Mind) auf den Plan und fragt: „Ist das deine Fantasie oder antwortet Swami dir wirklich?“

Ich möchte also, dass Du diesen Zweifel jetzt beseitigst. Ich möchte, dass Du bestätigst, dass Du es bist und nicht mein „Affenverstand“. Meine zweite Frage ist, dass ich auf einige Fragen keine Antwort von Dir bekomme. Warum ist das so, Swami?

ANTWORTRT

Swami: Ich bin es immer. Niemand kann sich Mich vorstellen. Es ist jenseits des menschlichen Verstandes, sich Mich vorzustellen. Nur wenn Ich will, dass ihr Mich kennt oder Mich erlebt, gebe Ich euch die Erfahrung, auf Grund eurer Sehnsucht und Aufrichtigkeit. Deshalb zweifle nicht. Alles, was von Mir kommt, ist immer gut. Also wenn du eine gute Antwort bekommst, die dich glücklich macht und alle glücklich macht, dann bin ich es. Es kann niemand anderes sein.

Warum Ich manchmal nicht antworte, liegt daran, dass du nicht bereit bist, dem zu folgen, was Ich sagen werde. Warum sollte Ich meine Worte verschwenden? Wenn ihr vollständig, aufrichtig und völlig bereit seid, Meiner Antwort zu folgen, werde Ich definitiv antworten.

Milpitas, Kalifornien, USA, 16. Juni 2016 (Vormittag)

 

Könntest du uns sagen, Swami, was wir hätten fragen sollen?

FRAGE IV

Könntest du uns sagen, Swami, was wir hätten fragen sollen?

ANTWORTRT

Swami: Du darfst nur eine Frage stellen: „Wie kann ich so werden wie Swami?“ Das ist das eigentliche Ziel aller Bemühungen eures Lebens – wie Ich zu werden, vollkommen zu sein.

Yogah karmasu kaushalam – Yoga ist Perfektion in Aktion.

Was muss man tun, um wie Swami zu werden? Das ist die Frage, die du dir die ganze Zeit stellen musst. Es wird nur möglich sein, wenn du dich an den ersten Punkt erinnerst, über den Swami gerade gesprochen hat: „Was würde Swami in dieser Situation tun? Wie würde Swami in dieser Situation denken? Was würde Swami in dieser Situation sagen?“ Wenn du dem folgst, wirst du wie Swami werden.

Wenn du versuchst, dich mehr wie Swami zu verhalten, wirst du zuerst so tun, als ob du es wärst, aber schließlich wirst du das sein, was du sein willst – Swami. Tu so, als wäre der Swami in dir derjenige, der spricht, denkt und handelt. Du wirst dann immer mehr dazu tendieren, so zu werden. Jeder Gedanke, jedes Wort und jede Handlung, wird mehr und mehr wie von Swami sein. Schließlich wirst du am Ende wie Swami sein. So einfach ist das.

Ottawa, Kanada, 10. Juni 2017

 

Swami, können Tiere Gott finden und wie können wir ihnen helfen, Gott zu finden?

FRAGE III

(Gefragt von einem kleinen Mädchen) Swami, können Tiere Gott finden und wie können wir ihnen helfen, Gott zu finden?

ANTWORTRT

Swami: Tiere spüren immer die Gegenwart Gottes, aber der Unterschied zwischen Tieren und Menschen ist, dass der Mensch Gott erkennen und mit Ihm eins werden kann. Ja, Tiere werden Gott finden, wenn sie sich zu Menschen entwickeln und dann vom Menschen zu Gott werden. Die menschliche Geburt ist die höchste der gesamten Schöpfung. Der nächste Schritt ist Gott. Die Tiere spüren Gott als Präsenz in Form von Liebe, in Form von Selbstlosigkeit, in Form von Mitgefühl. Indem du ihnen diese Dinge entgegenbringst, kannst du ihnen helfen, Gott zu spüren. In deiner Liebe, in deiner Fürsorge, in deinem Mitgefühl werden sie die Liebe Gottes spüren. Gott zu erkennen und mit Ihm eins zu werden, ist das, was nur dem Menschen gegeben ist. Deshalb sage ich immer wieder, dass von den 84 Lakhs (8,4 Millionen) Arten die menschliche Geburt die heiligste ist. Du musst dein großes Glück erkennen und es nicht verschwenden. Hast du verstanden?

Mädchen: Ja, ja, ja! (Lachen und Applaus)

Swami: Stellt sie immer Fragen? Das ist gut, das ist gut. Nur wer es ernst meint, wird Fragen stellen. Es ist wichtig, sich zu fragen.

Du musst immer wieder die eine Frage stellen: „Wer bin ich, wer bin ich, wer bin ich, wer bin ich?“ Dann bekommst du die Antwort: „Ich bin göttlich, ich bin göttlich, ich bin göttlich“.

Mädchen: Wenn ich es richtig verstanden habe, sind wir auf diesem Planeten inkarniert, aber davor waren wir Tiere und wurden später zu Menschen.

Swami: Das ist richtig. Wer will wieder ein Tier werden? Niemand will ein Tier werden. Wenn du dich jedoch wie ein Tier benimmst, dann bist du quasi ein Tier. Die Menschen sollten mit größerer Liebe und Mitgefühl handeln, wie es den Menschen gebührt. Teilen, Pflegen und Dienen sind menschliche Qualitäten. Kämpfen, schnappen und sich egoistisch verhalten, das sind tierische Qualitäten. Ich bin sehr glücklich“

Wer hat dir deinen Sari gegeben?

Mädchen: Ich weiß nicht. Man hat ihn mir in Puttaparthi gegeben.

Swami: Siehst du, all diese Menschen tragen Saris und geben ihren Kindern indische Namen, nur um Swami zu gefallen, während die Inder ihre Saris aufgeben und ihre Namen ändern, um im Trend zu liegen. (Lachen)

Gott hat keine Grenzen wie Frankreich, Spanien, Portugal oder England gezogen. Einzig der Mensch zieht all diese Grenzen. Gott hat nur einen Ozean geschaffen, aber der Mensch hat Unterscheidungen getroffen. Wenn ich also die Welt betrachte, betrachte ich sie als eine Einheit. Ich kann keine Unterschiede sehen, da ich diese Unterschiede nicht geschaffen habe. Deshalb ist für Mich jeder eins; alle Nationen sind eins; alle Länder sind eins. Da der Mensch Grenzen geschaffen hat, sieht er Unterschiede, obwohl alle eins sind.

Frankreich, 29. April 2017

Swami, würdest Du uns bitte den Unterschied zwischen Essen und Prasadam erklären?

FRAGE II

Swami, würdest Du uns bitte den Unterschied zwischen Essen und Prasadam erklären?

ANTWORTRT

Essen ist das, was nicht Gott dargeboten wurde. Prasadam ist, was Gott dargeboten wurde. Wenn ihr so denkt: „Was immer ich Gott darbiete, das werde ich im Gegenzug erhalten“ – das ist Prasadam.

Wenn man Kleidung trägt, kann man auch dies Gott darbieten. Dann ist auch das Prasadam. Alles, was in dieser Weise Gott dargeboten wird, wird Prasadam, wird geheiligt. Die gesamte Schöpfung nimmt Nahrung zu sich, einschließlich der Tiere, der Vögel, der Bienen und der Menschen. Gott dafür zu danken, dass Er dir gegeben hat, was du heute hast, wird zu einem Yajna, zu einer Opfergabe an Gott. Du vollziehst ein Yajna – Du isst nicht nur.

Wenn man Gott die Nahrung darbietet, ist es ein Yajna; es wird spirituell, nicht nur rituell. Essen ist ein Ritual, aber Essen, nachdem man es Gott dargeboten hat, ist spirituell.

Zagreb, Kroatien, 27. April, 2017 (Morgensitzung – Jugendsatsang)

Swami, würdest Du uns bitte den Unterschied zwischen Essen und Prasadam erklären?

FRAGE I

Wenn Gott alles bestimmt, was ist dann mit dem freien Willen der Menschen?

ANTWORTRT

Aus Liebe gibt ein Vater seinem Kind Taschengeld. Der Vater hat dieses Geld verdient, aber er gibt es dem Kind, damit es das Geld so ausgibt, wie es sich das Kind wünscht, nur zu seiner Freude. Das Kind kann es unklug ausgeben, oder es kann es klug ausgeben, abhängig von der Güte des Kindes.

Was aber würde ein Kind tun, das uneingeschränkten Glauben an den Vater hat und den Vater liebt? Es würde das Geld nehmen, es dem Vater zurückgeben und sagen: „Vater! Du weißt am Besten, wie Du es für mich ausgeben kannst. Vielleicht vergeude ich es. Bitte nimm Du es und entscheide Du, wie Du es für mich ausgeben willst. Du kümmerst dich in jeder Hinsicht um mich. Ohne dass ich nach etwas frage, gibst Du mir Alles. Warum willst du mir dieses Geld geben? Behalte es. Ich werde dich um das bitten, was ich will, denn ich vertraue dir mehr als mir selbst. Ich könnte es vergeuden, Du aber wirst es nie vergeuden.“

Genauso ist Gott der Vater und der Mensch das Kind. Obwohl alles nach Gottes Willen geschieht, erlaubt Er dem Kind, ein wenig für seinen eigenen Gebrauch zu haben.

Das Kind, das denkt: „Oh! Jetzt habe ich den freien Willen. Ich will tun, was immer ich will“. Dieses Kind kann den freien Willen missbrauchen. Jemand, der sich ganz Gott verschrieben hat, sagt zu Ihm: „Ich übergebe Dir meinen Geist, meinen Willen, ich übergebe alles Dir. Du wirst Dich um mich kümmern, also brauche ich nichts davon, weil ich mir selbst nicht traue. Ich könnte es missbrauchen.“ So ist der Wille Gottes jedem Menschen zuteil geworden, aber wenn der Mensch seinen freien Willen nicht an Gott zurückgibt, so wird Er ihn sich nicht nehmen, so wie ein Vater das Geld, das er seinem Kind gegeben hat, nicht nehmen würde.

Spiritualität bedeutet entweder, dass das Kind wächst und selbst der weise Vater wird, indem es seinen Willen richtig einsetzt, oder dass es seinen freien Willen einfach Gott übergibt und ein Devotee wird, damit Gott seinen Willen richtig einsetzen kann.

anor anīyā mahato mahīyān – Größer als der Größte oder Kleiner als der Kleinste.

Entweder sollte man so groß werden wie Gott selbst, oder so klein, klein, klein, klein und ein Diener Gottes werden und sich ganz hingeben.

Das sind die beiden Wege, auf denen dein Wille mit dem Willen Gottes verschmilzt. Das ist die Wahrheit hinter dem freien Willen.

Türkei, 3. April 2017 (Abend)