mandala_1  Fragen und Antworten / Dezember-Januar mandala_1

Wie können wir um Vergebung bitten?

FRAGE IV

Wie können wir um Vergebung bitten? Könntest Du uns bitte sagen wie wir das machen sollen?

 

ANTWORTRT

Ihr könnt immer um Vergebung bitten. Ihr könnt euch immer darum bemühen. Ob sie gewährt wird oder nicht, hängt allein von Gott ab. Ihr könnt jederzeit um Vergebung bitten. Aber was noch wichtiger ist, ist dass ihr lernt, wie man verzeiht, bevor ihr um Vergebung bittet.

„Wer vergibt, dem ist vergeben“, sagte Jesus.

Deshalb entwickelt zuerst die Fähigkeit anderen Menschen zu vergeben, dann kann euch auch von Gott vergeben werden. Es hängt von eurer Reinheit ab; es hängt von eurem Paschattapa ab.

Was ist Paschattapa? Es ist die Art von Reue und Qual, die man erlebt, weil man Unrecht getan hat. Nicht nur das, sondern auch eine feste Entschlossenheit, dass ihr es niemals wiederholen werdet.

Wenn ihr mit diesem Gefühl der Aufrichtigkeit, um Vergebung bittet, dann kann euch vergeben werden.

Selbst der indische Präsident kann Kriminellen verzeihen, nicht wahr? Warum sollte Gott euch dann nicht vergeben, wenn du aufrichtig reuig seid?

Kuala Lumpur, Malaysia, 11. August 2017

 

Wie bewahren wir uns eine gesunde Einstellung?

FRAGE III

Wie bewahren wir uns eine gesunde Einstellung?

 

ANTWORTRT

Ihr müsst euch in gesunde Gesellschaft begeben. Wenn ihr an einen schmutzigen Ort geht, wo es viel Dreck und Müll gibt, werdet ihr mit Sicherheit eine Infektion bekommen, oder nicht?

Wenn ihr euch mit kranken Menschen umgebt, werdet ihr euch sehr wahrscheinlich eine Infektion zuziehen. Was ihr tun müsst, ist euch mit guten Menschen zu umgeben. Mit gesunden Menschen an einem sauberen Ort – dann werdet ihr euch nicht infizieren.

Wenn ihr in der Gesellschaft von guten Menschen seid, die nett, edel und freundlich sind, wird euer Geist gesund sein. So werdet ihr stets eine gute Einstellung behalten.

London, 31. März 2018

 

 

 

Meine Familie und ich wollten schon immer armen Menschen helfen. Womit sollen wir beginnen?

FRAGE III

Meine Familie und ich wollten schon immer armen Menschen helfen. Womit sollen wir beginnen?

 

ANTWORTRT

Zu allererst, gebt den Menschen Nahrung. Denn wer Hunger hat, kann nichts verstehen.

Geht zu denen, die Hunger haben, die nicht genug haben und sorgt dafür, dass sie Essen bekommen. Nur wenn ihre Mägen gefüllt sind, werden sich ihre Herzen für größere Dinge öffnen. Es ist bedauerlich, dass die einen so viel Essen verschwenden, weil sie zu viel zu essen haben, während die anderen hungrig schlafen gehen.

Ich habe den Devotees im Großbritannien gesagt, dass sie Küchen gründen und am Wochenende Essen zubereiten sollen, um den Menschen auf der Straße zu dienen, so dass diese mindestens einmal pro Woche einen vollen Magen haben.

Die meisten Freiwilligen sind Jugendliche, so wie in Griechenland, wo viele Flüchtlinge mit Essen versorgt werden. Die Jugendlichen kochen Essen und dienen so den Flüchtlingen, sowie anderen Menschen auf der Straße.

Dasselbe passiert auch hier. (verweist auf den Gastgeber) Shivalingam hat mit seinem ganzen Team hungrige Menschen versorgt. Deshalb schließt euch an und tut es ihm gleich.

Paris, Frankreich, 2. April 2018

Woran erkenne ich, ob Du antwortest oder mein Verstand?

FRAGE I

Wenn ich innerlich mit Dir spreche, bin ich mir manchmal nicht sicher, ob Du antwortest oder mein Verstand. Manchmal bekomme ich die Antwort „Ja“ und manchmal „Nein“. Wie kann ich Deine Antwort erkennen?

 

ANTWORTRT

Wann immer ihr zu Mir sprecht und ihr Meine Stimme wirklich hört, wird ein Gefühl des Friedens in euch aufsteigen. Ihr werdet wissen, dass es das ist, was Swami will – egal, ob es euch gefällt oder nicht. Egal ob es das ist, was ihr wolltet oder nicht wolltet. Ihr werdet sofort Frieden finden.

Wenn sich jedoch euer Verstand breit macht, wird es nur „Stücke“ (Pieces) geben und keinen „Frieden“ (Peace). Ihr werdet ständig unsicher sein, was ich sage, denn eure Meinung wird sich immer wieder ändern, so wie es euch gefällt oder eben nicht gefällt.

Wenn ihr den Grund eines Sees sehen wollt, muss das Wasser klar und ruhig sein. Der Verstand ist wie das Wasser; wenn er sich ständig bewegt, kann man den Grund des Sees nicht erkennen. Man kann die Wahrheit nicht erkennen.

Nehmt euch in einer solchen Situation etwas Zeit, atmet tief durch, betet in Stille und lasst euren Geist ruhig werden, damit er keinen Lärm macht und Meine Stimme gehört werden kann.

Habt keine große Eile, eine Antwort zu bekommen. Das ist kein Wettbewerb. Auch macht euch keine Sorgen, denn es wird nichts Falsches passieren; Gott ist da und wacht über Alles. Also überstürzt nichts, sondern nehmt euch Zeit. Betet in tiefer Stille, lasst euren Geist sich beruhigen. Dann werdet ihr die Stimme klar hören – und wenn ihr sie hört, dann wird Frieden herrschen und alle Verwirrung wird verschwunden sein.

Viele Menschen haben es sehr eilig, zu meditieren. Sie kommen in den Raum, schauen auf ihre Uhr und denken: „Okay, ich habe fünf Minuten Zeit zum Meditieren. Danach muss ich ins Büro“. Ihr wollt die größte Erfahrung eures Lebens in fünf Minuten machen! In dem Moment, in dem ihr anfangt, denkt ihr bereits: „Jetzt sollte Swami kommen und anfangen, mich zu führen“ – und alles sollte innerhalb der nächsten fünf Minuten geschehen. Besonders die Jungen – sie haben keine Geduld. Sie wollen alles sofort. Sie wollen sogar die Selbstverwirklichung im Handumdrehen! So funktioniert das aber nicht. Ihr müsst dem Ganzen die Zeit geben, die es benötigt. Ihr müsst euch erlauben, zur Ruhe zu kommen und euren Geist zu beruhigen – nur dann könnt ihr das innere Selbst wirklich erleben.

Wenn ihr es am ersten Tag nicht erlebt habt – kein Problem. Kommt am zweiten Tag zurück und kommt immer und immer wieder, bis ihr es erlebt. Schließlich habt ihr auch nicht am allerersten Tag angefangen zu reden, zu gehen, oder zu tun, was immer ihr heute tut. Ihr habt viele Versuche unternommen und viele Rückschläge hinnehmen müssen, bis ihr es geschafft habt.

Ebenso verhält es sich mit der Meditation, der Fähigkeit, sich mit dem inneren Selbst zu verbinden – der Fähigkeit, Gottes Stimme im Inneren zu hören – all dies erfordert einige Anstrengungen, Zeit und Geduld.

Es gibt da noch ein weiteres Problem, das mir in vielen westlichen Ländern aufgefallen ist. Die Menschen probieren eine Art von Sadhana aus und langweilen sich bald. Dann probieren sie eine andere Art von Sadhana aus, weil ihr Freund es so macht. Sie haben dann auch das bald satt und sehen, dass jemand anderes vorbeikommt und sagt, es gäbe einen noch besseren Weg, Sadhana zu praktizieren. Sie denken dann: „Lass uns doch das tun.” Auf diese Weise werden sie immer wieder von einem zum anderen wechseln und verschiedene Dinge ausprobieren.

Was wirklich erforderlich ist, ist einen Weg zu beschreiten, der euch anspricht und immer tiefer und tiefer und tiefer und tiefer zu gehen. Jeder mag einen anderen Weg gehen. Man kann sich nicht mit anderen vergleichen und sagen: „Das ist einfacher“ – „Das ist besser“, oder „Das ist schwierig“, oder „Das ist nicht gut“.

Das ist eine törichte Denkweise. Ihr grabt euren Brunnen in eurem Hinterhof und grabt immer weiter, bis ihr auf Wasser trefft. Wenn ihr immer geht, werdet ihr irgendwann Wasser finden. Wenn ihr jedoch zu früh aufgebt, grabt ihr hier eine kleine Grube, ohne Wasser zu finden. Dann grabt ihr irgendwo eine andere Grube und noch eine andere irgendwo anders. Auf diese Weise werdet ihr am Ende viele Gruben ausgehoben haben, aber ihr werdet nie tief genug gegraben haben, um Wasser zu finden.

Geht irgendeinen Weg und geht tief hinein. Es wird Zeit brauchen; erlaubt euch diese Zeit.

Dies ist kein Wettbewerb.

Niemand erreicht Gott schneller oder langsamer. Jeder erreicht ihn zu seiner Zeit. Erlaubt euch das.

Bern, Schweiz, 4. April 2018