mandala_1  Fragen und Antworten / Dezember-Januar mandala_1

Was sind die unterschiedlichen Bewusstseinsebenen im Jenseits?

FRAGE V

Was sind die unterschiedlichen Bewusstseinsebenen im Jenseits?

 

ANTWORTRT

Das Leben, wie du es definierst, ist die Zeit, die der Geist in diesem speziellen Körper verbringt. Aber das Leben selbst ist kontinuierlich. Es ist nicht in Teile zergliedert. Die Geburt in einen Körper und die Aufgabe dieses Körpers ist nicht das gesamte Leben; es ist nur ein Übergang. Betrachte es wie eine Schule. Du gehst zur Schule und lernst etwas und wenn du die Prüfung bestanden hast, gehst du auf die nächste Stufe. Du beendest diese eine Klasse, bestehst wieder und gehst weiter zur nächsten. Auf diese Weise kommst du Jahr für Jahr weiter voran.

Die Bewusstseinsebenen lassen sich im Wesentlichen in drei Teile gliedern: Der erste Teil ist das Bewusstsein, dass ihr einfach nur der Körper seid und nichts weiter; der zweite ist das Bewusstsein, dass ihr der Geist mit all seinen Fähigkeiten seid; die dritte ist das Bewusstsein, dass ihr Atma seid und nichts anderes.

Innerhalb dieser Bewusstseinsebenen gibt es Abstufungen, in denen man mehr dem Geist und weniger dem Körper, oder mehr dem atmischen Bewusstsein und weniger dem Geist zugewandt ist usw. Doch all das ist eine überflüssige Diskussion. Die Vorstellung: „Ich bin nur der Körper“ ist Pashutwam, oder Animalität;

„Ich bin der Geist“ ist die menschliche Natur; während „Ich bin göttlich“ die höchste Bewusstseinsebene ist.

Für jemanden, der die höchste Stufe – „Ich bin göttlich“ – erreicht hat, gibt es so etwas wie Geburt und Tod nicht. Man kann bewusst kommen oder gehen. Es gibt keine Einschränkungen für jemanden auf dieser Bewusstseinsstufe. Sie sind Jeevanmuktas, (jene, die zu Lebzeiten befreit sind) die auf der Ebene des göttlichen Bewusstseins leben, selbst wenn sie im Körper sind. Sie sind nicht von den Bindungen des Körpers oder des Geistes berührt. Diese drei Dinge kannst du im Allgemeinen verstehen.

Dubai, 30. März 2016 (Abends)

 

 

Bitte, Swami, hilf mir, die Balance zwischen Selbstvertrauen und dem Ego zu verstehen

FRAGE IV

Ich kann nicht sprechen, wenn sich mehr als zwei oder drei Personen im Raum befinden. Oft hatte ich Angst aufzuwachen und zu denken, dass all dies ein Traum war. Ich glaube, dass ich nicht einmal auf der Kindergartenstufe bin, sondern vielleicht eher im Vorkindergarten! Bitte, Swami, hilf mir, die Balance zwischen Selbstvertrauen – das ich nicht habe, weil ich denke, dass ich nicht von Nutzen bin – und dem Ego zu verstehen.

 

ANTWORTRT

Niemand, den Ich erschaffen habe, ist nutzlos. Selbst ein Grashalm, der vielleicht unbedeutend erscheinen mag, ernährt und beherbergt Lebewesen – Insekten. Als Mensch, der Krönung der gesamten Schöpfung – wie kannst du da nutzlos sein? Allein die Tatsache, dass Ich dir einen weiteren Tag zum Leben schenke, zeigt Meinen Glauben und Mein Vertrauen, das Ich in dich habe. Daran musst du glauben. Du bist am Leben – das ist der Beweis dafür, dass Swami immer noch glaubt, dass du anderen dienen wirst. Denke Staub und Du bist Staub; Denke Gott und Du bist Gott. Deshalb hängt es davon ab, wie du denkst.

Cisternino, Italien, 19. April 2015 (Morgens)

 

Wie kann ich mich im Geschäftsleben vor den Auswirkungen meiner Fehler schützen?

FRAGE III

Swami, als ich meine Firma gegründet habe, hast du mir ein Geschäftsfeld gegeben, das zu mir passte. Jedoch bin ich besorgt, dass ich Fehler bei der Führung des Unternehmens machen könnte. Jede Nacht, bevor ich schlafen gehe, richte ich das gleiche Gebet an Dich, Swami. Ist das genug, um mich vor den Auswirkungen von Fehlern zu schützen, die ich eventuell während des Tages gemacht habe?

 

ANTWORTRT

Das Leben in der Welt verläuft auf der Grundlage von Reflexion, Reaktion und Widerhall. Was immer du tust, wird zu dir zurückkommen. Jede Aktion hat eine Reaktion. Es gibt einen Grund für jeden Gedanken in deinem Kopf. Im Kali-Zeitalter ist es sehr schwierig, ein Unternehmen auf der Grundlage des Dharma (rechtes Handeln) zu führen.

 

Du machst Fehler, wissentlich oder unwissentlich. Diese Fehler kommen in Form von Angst oder Trauer auf dich zurück. Selbst ein unbewusst begangener Fehler, ist ein Fehler. Deshalb, „Dharmo Rakshati Rakshitah“ – Wenn du den Dharma schützt, wird der Dharma dich schützen. Tue dein Bestes, um alle Regeln und Vorschriften zu befolgen, und du wirst Seelenfrieden haben. Wenn du einen Fehler machst, musst du eines Tages mit den Konsequenzen umgehen.

 

Geld, das rechtmäßig verdient wurde, wird Glück bringen; Geld, das unehrlich verdient wurde, wird Leid bringen. Es ist nicht so, dass du absichtlich einen Fehler machst – es passiert einfach manchmal. Deshalb musst du dir Zeit für Selbstbeobachtung nehmen und dich entsprechend korrigieren; das wird dir Frieden und Glück bringen.

 

Nach unserer Tradition sollte ein Viertel deines Einkommens für dich selbst, ein Viertel für deine Eltern und Kinder, ein Viertel für die Zukunft und ein Viertel für den Dienst an der Gesellschaft ausgegeben werden. Du musst dein Leben nach diesen Normen führen. Wenn du den Dharma in deinem Leben praktizierst, wird der Dharma dir zu Hilfe kommen.



Muddenahalli, 18. Oktober 2014

Swami, wie können wir das Gute und Gott jederzeit und in Jedem um uns herum sehen?

FRAGE II

Swami, wie können wir das Gute und Gott jederzeit und in Jedem um uns herum sehen?

 

ANTWORTRT

Einmal rief Fürst Krishna Dharmaraja zu sich. Dharmaraja war der älteste der fünf Pandavas und ein sehr guter Mensch. Krishna forderte ihn auf, hinauszugehen und zu sehen, ob er einen einzigen schlechten Menschen auf der Welt finden könnte. Er reiste um die ganze Welt, kam zurück und sagte: „Herr, nachdem ich überall gesucht hatte, habe ich nicht einen einzigen schlechten Menschen gefunden! Alle sind gut.“ Dann rief Krishna Duryodhana (der Älteste der Kauravas Anm.d.Red.) zu sich und befahl ihm, nur einen einzigen guten Menschen in der Welt zu finden. Er suchte überall, kehrte zurück und sagte: „Herr, die ganze Welt ist so schlecht! Ich konnte keinen guten Menschen auf der ganzen Welt finden.“ Wie war es möglich, dass Dharmaraja nicht einen schlechten Menschen finden konnte und Duryodhana nicht einen guten Menschen in der selben Welt finden konnte? Es liegt daran, dass ihre Sichtweise unterschiedlich war. Wenn Du ein guter Mensch wirst, wirst Du überall Gutes sehen. Wenn du Gott in dir verwirklichst, wirst du Gott überall sehen. Es gibt keinen anderen Weg.

Singapur, 11. September 2014

Swami, wie können wir das Gefühl vermeiden, der Handelnde zu sein?

FRAGE I

Swami, wie können wir das Gefühl vermeiden, der Handelnde zu sein?


A
NTWORT

Swami:

Ihr alle esst viermal am Tag, nicht wahr? Wenn du etwas essen möchtest, legst du das Essen auf deinen Teller, wählst einen Platz im Speisesaal, setzt dich hin und isst. Nachdem du das Essen gegessen hast, hast du irgendeine Kontrolle darüber, was mit ihm passiert? Du sitzt hier und hörst Mir zu. Bist du dir deiner Atmung bewusst? Bemühst du dich bewusst um das Atmen? Du kontrollierst deinen Atem nicht bewusst. Ebenso schlägt dein Herz immerzu. Kontrollierst du deinen Herzschlag? Nichts ist unter deiner Kontrolle! Deine Verdauung ist nicht unter deiner Kontrolle; dein Herzschlag ist nicht unter deiner Kontrolle.

Wenn du trotz dieser Erkenntnis immer noch denkst, dass du der Handelnde bist, so ist das nichts als Torheit! So wie du vergisst, dass du die ganze Zeit atmest, vergisst du auch, dass Gott sich die ganze Zeit um dich kümmert. Du kannst nichts tun, ohne zu atmen. Du magst ein großer Sportler, Sänger oder Tänzer sein – aber ohne zu atmen, ohne dass dein Herz schlägt, ohne dass dein Körper die Nahrung, die du isst, verdaut, kannst du nichts dergleichen tun. Das ist die grundlegende Wahrheit. Ihr seid in der Lage zu handeln, weil Gott derjenige ist, der für euch atmet, der die Nahrung für euch verdaut und der euer Herz für euch schlagen lässt. Alle diese Dinge werden von Gott kontrolliert. Ohne Gott könnt ihr nicht überleben. Seid euch dieser Wahrheit immer bewusst.