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Grama Seva – eine Erfahrung

von | Dez 5, 2018 | Lokal

Grama Seva – Liebe in Aktion

Füreinander da sein, den Benachteiligten helfen –
In Indien nennt man es Grama Seva.

 

Folgende Erfahrung, die ich dieses Jahr in Indien machen durfte, zeigt, wie dies gelebt wird:

Viele junge Menschen aus allen Ländern, die sich zu Swamis Geburtstag in Indien befanden, fuhren mit Bussen und Transportern in die benachbarten Dörfer und verteilten Nahrung und Kleidung an die Armen. Auch ich fuhr in einem der Transporter mit.

Die Dorfbewohner wussten, dass wir kommen würden. Normalerweise sind die meisten Dörfer mit Abfall übersät, doch hier waren die Straßen gesäubert und es war kein Unrat zu sehen. Vor jedem Haus standen die Bewohner mit Schalen bereit, um die Gaben zu empfangen.

Das größte Geschenk für uns Besucher war das Lächeln und Strahlen in den Augen und Gesichtern der Empfänger. Die Freude während der Übergabe drang bis ins Innerste des Herzens. Freude und Ehrfurcht stieg im Inneren auf, während wir den Brüdern und Schwestern aus einer weit entfernten Kultur begegnen durften. Einerseits so fremd und anders, andererseits so lieb und vertraut – durch die unmittelbare Begegnung von Herz zu Herz, und durch die Erfahrung, dass die Menschen im Äußeren zwar anders erscheinen, im Inneren jedoch alle gleich sind. In Wahrheit begegnen wir uns selbst und machen uns selbst eine Freude.

Während die Besucher zuerst durch die Straßen zogen, wurden heilige Lieder gesungen, was die Liebeskraft intensivierte, denn das Wichtigste ist, dass die Übergabe mit Liebe geschieht. Auch war es so, als wären die Götter herbei gerufen worden, um Ihren Segen über die Dörfer auszuschütten.

Die Organisation war hervorragend.

Die Dörfer und jedes Haus mit der jeweiligen Anzahl der Bewohner wurden zuvor in einer Liste registriert. Die Organisatoren gingen mit dieser Liste voraus und allen Bewohnern wurden in systematischer Reihenfolge die Gaben überreicht. Es wurde nicht gedrängelt, nicht gebettelt, es gab keine Menschentrauben um die verteilenden Besucher. Alle Empfänger warteten ruhig an ihrem Hauseingang, bis ihnen die Gaben überreicht wurden. Niemand ging leer aus und die ganze Aktion verlief frei von Komplikationen und war durchgehend friedlich.

Was für eine Erfahrung. Welch ein vorbildhaftes Beispiel wurde uns vorgelebt, wie das Geben an Benachteiligte unsere Gesellschaft wieder mehr ins Gleichgewicht bringen könnte.

Wir haben insgesamt Nahrung im Überfluss, kein Wesen auf dieser Welt müsste hungern, … wenn wir nur mit den benachteiligten teilen würden. Möge dieser Ausdruck der Liebe, der Brüderlichkeit und des Mitgefühls sich bald auf der ganzen Welt ausbreiten.

von Malte Friedrich

Grama Seva 2018

    

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