Nachmittags-Satsang im Haus von Dr. Seshadri in Singapur

2. Februar 2017

N āham manushyo na ca deva yakshah
na brāhmana kshatriya vaishya shūdrah
na brahmacari grihi vanastha
aham satya bodhakah satyam shivam sundaram

(Ich bin weder ein menschliches Wesen noch ein Gott; Ich bin kein himmlisches Wesen; Ich bin auch nicht Mitglied einer der vier Kasten – Brāhmana, Kshatriya, Vaishya oder Shūdra. Und ihr könnt Mich auch nicht einer der vier Lebensstufen oder Ᾱshramas, wie sie durch den Sanātana Dharma festgelegt sind, zuordnen. Ich bin der Lehrer der Wahrheit. Meine Natur ist Wahrheit, Güte und Schönheit!)

Es gibt nichts in den vier Welten, das Ich nicht kenne – Ich nehme alles wahr. Das liegt nicht daran, dass Ich Kräfte jenseits des physikalischen Bereiches besitze, sondern einfach daran, dass Ich überall bin, zu allen Zeiten, an allen Orten – deshalb weiß Ich alles, was geschieht. Dieses Wissen ist nicht geliehen, gelernt oder erworben, sondern liegt in der Natur Gottes, denn Er ist überall. Wenn eine Ameise auf eurem Körper kriecht, würdet ihr nicht erkennen, dass eine Ameise dort kriecht? Auf ähnliche Weise: Wer auch immer zu irgendeiner Zeit irgendwo ist – er wird von Mir getragen; daher weiß Ich alles, zu allen Zeiten, an allen Orten.

Da er dies nicht weiß, denkt der Mensch, dass er alles weiß, und er handelt nach seiner Lust und Laune. Es liegt in der Art des Menschen, sich so zu verhalten, als wüsste er alles, obwohl er nichts weiß – während es die Art und Weise Gottes ist, sich so zu verhalten, als wüsste Er nichts, auch wenn Er in Wirklichkeit alles weiß.

Zum Wohle Seiner Devotees, Seiner Kinder, wird Gott alles tun. Dennoch gilt, dass man nicht zu einem Devotee werden kann, indem man sich einfach Vibhūti (heilige Asche) aufträgt, sich auf bestimmte Weise kleidet oder die Namen Gottes rezitiert. In Wirklichkeit ist ein Devotee jemand, der nichts anderes als Gott in seinem Herzen hat. Alles andere kommt danach. Gott kommt zuerst und vor allem in seinem Leben. Nur ein solcher Mensch kann als ein wirklicher Devotee bezeichnet werden.

Wenn ihr Gott habt, habt ihr alles. Wenn ihr einen Gegenstand habt, habt ihr auch seinen Schatten. Diese Welt ist nur ein Schatten von Gott. Wenn ihr Gott erlangt, bekommt ihr alles andere auch.

Ich bin der ‚Ja! Ja! Ja!‘-Gott. Nein und Ja existieren nur für euch. Für Mich ist alles ‚Ja! Ja! Ja!‘. Ihr werdet von Mir alles bekommen, worum ihr bittet, aber ihr werdet vielleicht nicht viele Gelegenheiten zum Bitten erhalten. Deshalb: Welche Gelegenheiten auch immer sich euch in der Nähe Gottes bieten, bittet dann um das Höchste. Was ist das Höchste? Gott Selbst ist das Höchste. Es gibt nichts Höheres als Ihn. Daher solltet ihr um Gott bitten; dann werdet ihr alles andere auch bekommen.

Es war einmal ein Prinz, der all seine Reichtümer ausstellte und die Menschen aus seinem Ort einlud, zu seinem Geburtstag zu kommen und sich alles auszusuchen, was sie haben wollten. Als all die Menschen gekommen und eifrig damit beschäftigt waren, sich das eine oder andere von vermeintlichem Wert zu schnappen, nahm ein Mädchen sich gar nichts. Der Prinz war erstaunt darüber. Er sagte: „Du siehst wie ein einfaches Mädchen aus und es gibt viele wertvolle Dinge, die hier ausgelegt sind. Es steht dir frei, so viel zu nehmen, wie auf deine Handflächen oder in deine Hände passt; so nimm, was du willst. Da ich Geburtstag habe, ist es dein Recht, alles zu bekommen, was du möchtest.“

Sie sagte: „Obwohl sie wertvoll sind, zieht keines der ausgestellten Dinge mich an. Ich weiß aber, dass es etwas Wertvolleres gibt, das nicht ausgestellt ist und das ich haben möchte.“

Er antwortete: „Heute gebe ich alles, was irgendjemand haben möchte. Daher kannst du auch um alles bitten, was du haben möchtest, auch wenn es dort nicht ausgelegt ist.“

Sie ergriff dann seine beiden Hände und sagte: „Deine zwei Hände passen gut in meine zwei Hände. Daher möchte dich als meinen Ehemann.“

Der Prinz war überrascht, daher erklärte sie: „Wenn ich dich, den Prinzen, der später der König werden wird, als meinen Mann habe, werde ich das ganze Königreich haben. Warum sollte ich meine Hände mit belanglosen Dingen füllen und einfach nach Hause gehen? Ich würde mich selbst betrügen. Da ich dich mit diesen zwei Händen fassen kann, möchte ich sie nicht mit unbedeutenden Dingen füllen.“ So wurde sie zur Königin und das ganze Königreich gehörte ihr.

Das ist wie im Leben des Menschen. Gott kommt nur einmal und fragt was ihr wollt. In diesem Augenblick setzen alle eure Samskāras (verborgene Eindrücke aus früheren Leben) eure Zunge in Bewegung und es kommen Worte heraus. Wenn eure Samskāras nicht rein genug gewesen sind, um in diesem Moment um Gott zu bitten, dann wird es letztendlich so kommen, dass ihr diese wunderbare Gelegenheit vergeudet. Selbst wenn ihr an den Ufern eines Flusses leben würdet, würdet ihr durstig bleiben.

Stellt sicher, dass ihr an jedem Punkt, an allen Orten, zu allen Zeiten, in allen Situationen nur ein Gebet habt: „Ich will Gott! Ich will Gott! Ich will Gott!“ Wenn ihr Gott erlangt, wird alles andere einfach zu euch kommen. Wenn ihr den König habt, wird das Königreich auch zu euch kommen. Diejenigen, die Gott haben, haben alles, während diejenigen, die alles außer Gott haben, nichts haben. Das ist die Wahrheit, die ich tagein, tagaus predige.

Beschränkt Gott nicht auf einen Ort, eine Zeit, eine Situation, eine Form oder einen Namen, denn Er ist überall, zu allen Zeiten, an allen Orten – ihr könnt ihn zu jedem Zeitpunkt dort erreichen.