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Wie können wir uns von weltlichen Wünschen loslösen?

FRAGE I

(gefragt von einem jungen Schüler) Swami, wie können wir uns von weltlichen Wünschen loslösen?


A
NTWORT

Swami: Welche weltlichen Wünsche hast du in einem so jungen Alter?

Schüler: Wir werden von allem angezogen, Swami. Wenn wir zum Beispiel manchmal am Bhajan-Singen teilnehmen und wir dann draußen etwas sehen, wird unsere Aufmerksamkeit dorthin abgelenkt

Swami: Das Leben ist wie ein Behälter. Nehmen wir an, du füllst ihn mit Wasser, dann ist kein Platz für Milch darin. Wenn du ihn mit Milch füllst, gibt es keinen Platz für Wasser. Je mehr die Welt hereinkommt, umso weniger Platz ist da für Gott. Je mehr Gott hereinkommt, umso weniger Platz wird für die Welt bleiben.

Die Unbeständigkeit des Geistes (mind) ist Ursache für Anhaftung an alle anderen Dinge. Der Geist hat die Angewohnheit, nach außen zu rennen. Er will nicht nach innen gehen. Er ist wie ein kleines Kind: Je öfter man ihm sagst, es soll im Haus sitzen bleiben, umso mehr will es aus dem Haus heraus. Das ist die Natur des Geistes.

Man kann lernen, sich selbst loszulösen, indem man den Geist trainiert. An einem Tage lernt niemand, wie man geht, wie man spricht, wie man mit einem Fahrrad fährt, wie man Nahrung kocht, wie man ein Buch liest, oder wie man ein Auto fährt. Alle diese Dinge müssen über einen gewissen Zeitraum erlernt werden. Das Konzept dafür ist, aufmerksam zu sein. In dem Moment, in dem euch ein schädlicher Gedanke kommt: Passt auf euch auf!

Aus diesem Grund hat Swami euch allen Uhren gegeben. Das ist nicht geschehen, damit ihr die Uhrzeit feststellen könnt. Es soll euch daran erinnern, dass ihr jeden Moment auf eure Worte, Handlungen, Gedanken, euren Charakter und euer Herz achten sollt. Was ihr denkt, was ihr sagt, was ihr fühlt, was ihr tut und wohin ihr geht – auf dies alles muss jederzeit geachtet werden. In dem Moment, in dem ihr feststellt, dass das Kind aus dem Haus läuft, müsst ihr es einfangen und in das Haus zurückbringen. Wenn ihr nicht aufpasst, wird das Kind in den Wald laufen und darin verschwinden. Daher: Auf eure Gedanken zu achten, das ist der Weg, euren Geist dahin zurückzubringen, wohin ihr ihn haben wollt, um das zu tun, was ihr wollt. Ihr müsst üben. 

19. Mai 2014, Kodaikanal (Abendsitzung)

WIE KÖNNEN WIR AUCH IN ZUKÜNFTIGEN LEBEN BEI DIR SEIN?

FRAGE II

Swami, dies ist nicht nur meine Frage, sondern eine Frage, worüber die meisten Menschen in dieser Zuhörerschaft nachdenken. Wir sind wirklich gesegnet, in Deiner Göttlichen Gegenwart zu sein, Swami. Wir beten darum, dass Du uns wissen lässt, wie wir weiterhin in Deiner Göttlichen Gegenwart bleiben können, nicht nur in diesem Leben, sondern auch in zukünftigen Leben. In diesem Leben sind wir bei Dir, genau in diesem Moment. Auch wenn ich nicht bei Dir war, als Du in der physischen Form anwesend warst, bin ich im Augenblick bei Dir in Deiner Feinstofflichen Form. Kannst Du uns bitte mitteilen, wie wir auch in unseren zukünftigen Leben bei Dir sein können?

 

ANTWORTRT

Warum machst Du dir Sorgen um zukünftige Leben? (Lachen) Die Gegenwart ist allgegenwärtig. Genieße die Gegenwart!

Wenn es keine Mango-Bäume im Garten gibt, wie kannst du dann erwarten, Mangos zu bekommen? Du musst das Samenkorn in die Erde legen, es pflegen und Geduld  aufbringen, um es wachsen und einen Baum werden zu lassen. Nur dann kannst du Mangos essen. Die Gegenwart ist wie das eingesäte Samenkorn. Die Zukunft ist wie die Mangos, die gewachsen sind. Du musst die Samen guter Taten in der Gegenwart säen. Manasyekam vacasyekam karmanyekam – Säe heute die Saat der Einheit von Gedanke, Wort und Tat. Sie wird automatisch in der Zukunft die Früchte von Reinheit und Göttlichkeit bringen. Du musst deine Gegenwart zur Allgegenwart machen, das bedeutet: Du musst deine Pflichten in der Gegenwart erfüllen. Mach dir keine Sorgen um deine Vergangenheit oder deine Zukunft.

Adi Shankara hat gesagt: „Kuru punyam ahorātram“, – man sollte sich von der Morgen- bis zur Abenddämmerung in verdienstvollen Aktivitäten oder guten Taten engagieren. Dies wird automatisch in der Zukunft Früchte tragen. Mach dir keine Sorgen um die Zukunft. Wenn du die richtigen Dinge in der Gegenwart machst, wird deine Zukunft automatisch göttlich sein.

16. Mai 2014, Kodaikanal (Abendsitzung)

Wie können unser Geist, unsere Gedanken und Herzen auf Swami ausgerichtet werden?

FRAGE III

Wie können unser Geist (mind), unsere Gedanken und Herzen auf Swami ausgerichtet werden, welches Sādhana sollten wir durchführen, das uns hilft, auf Swami ausgerichtet zu werden?

 

ANTWORTRT

Was macht ihr, wenn ihr ein Geschenk verschickt? Ihr müsst von dem Geschenk loslassen, so dass die andere Person es empfangen kann. Wenn ihr von dem Geschenk nicht ablasst, wie kann die andere Person es dann erhalten? Deshalb: Lasst los! Lasst los! Gebt es ab!

Übergebt euren Geist (mind) vollständig an Gott und bittet nicht darum, ihn zurückzubekommen. Fangt nicht an, wieder für euch allein zu denken. Dieses ‚Loslassen‘ ist in der Spiritualität sehr wichtig. Wenn ihr am Geist festhaltet, wie könnt ihr ihn dann Gott übergeben? Ihr müsst ihn fallenlassen.

Zum Beispiel: Ihr haltet ein Taschentuch fest. Es ist schwierig, es festzuhalten; wenn ihr es aber fallen lasst, werdet ihr frei von der Sorge um es. Daher: An Dingen festzuhalten – seien es euer Name, Ruf, Besitz, eure Familie, Beziehung oder irgendeine andere Idee – das ist der Grund, weshalb euer Geist nicht auf Swami ausgerichtet werden kann. Wenn ihr all dies vollständig an Swami übergebt, könnt ihr wirklich auf Ihn ausgerichtet sein. Das erfordert ungeheuren Glauben, dass Swami sich für alles um euch kümmern wird. So gibt es keinen Grund für euch, an euch selbst oder euer Wohlergehen zu denken, weil Swami für alles sorgen wird.

22. Juni 2014, Singapur

Wie hat das Kali-Yuga begonnen?

FRAGE IV

Swami, wie sind das Dvāpara-Yuga und das Tretā-Yuga zu einem Ende gekommen? Wie hat das Kali-Yuga begonnen?

ANTWORTRT

Wie endet eine Unterrichtsstunde in dem Klassenraum und wie beginnt eine andere? Es gibt eine zeitliche Grenze, nach der Menschen verschwinden. Die Yugas können allgemein charakterisiert werden durch Ankunft und Weggang von Avataren. Das Kali-Yuga hat drei Avatare – Shirdi Sai, Sathya Sai und Prema Sai. Mit dem Kommen und Gehen dieser Avatare wird das Kali-Yuga zu Ende gehen – genauso wie ihr erkennen könnt, dass eine neue Unterrichtsstunde beginnen soll, wenn die Glocke läutet.

21. August 2014, Muddenahalli